Dass die Urlaubs- und Ferienzeit genutzt wird, um Straßen aufzureißen, Gasleitungen zu verlegen oder auszubessern, Schäden an Wasserrohren zu beseitigen, Grundstücke zu erschließen, Brücken zu erneuern, Kanäle zu sanieren, ist nicht ungewöhnlich und für alle Beteiligten das kleinere Übel. Wenn sich aber in der Innenstadt quasi Baustelle an Baustelle reiht und die Stadtteile auch nicht verschont bleiben, dann wird es zum Teil selbst für Ortskundige schon schwierig, sie alle zu umfahren. Wie aber geht es Verkehrsteilnehmern, die sich in der Stadt nicht auskennen?

Da ist die momentan größte Baustelle am Oberen Bürglaß. Bereits beim Abbiegen von der Oberen Anlage in die Steingasse werden Kraftfahrer darauf hingewiesen, dass sie nur bis zum Landestheater und zur Auffahrt in Richtung Veste kommen. Auch aus Fahrtrichtung Rosenauer Straße ist die Baustelle gut ausgeschildert.

Überraschung am Glockenberg

Eine Überraschung hingegen erlebt, wer zum Glockenberg fahren will. Zwar gibt es an der Einfahrt zur Unteren Realschulstraße einen Hinweis, dass es am Ende nicht weitergeht und dass die Hohe Straße frei ist, aber mehr nicht. Freilich, mit ein wenig Nachdenken wird klar, dass dann nur der Glockenberg gesperrt sein kann. Aber die Abbiegesituation vom stark befahrenen Steintor zur Unteren Realschulstraße lässt längeres Überlegen nicht zu. Da hilft nur: reinfahren und irgendwo wenden. Auch wer vom Hinteren Glockenberg kommt, steht plötzlich vor vollendeten Tatsachen in Form einer Sperrbake und Baufahrzeugen.

Gut vorbereitet wird, wer in die Raststraße fährt. Dort kündet schon rechtzeitig ein Schild davon, dass die Brücke über die Lauter gebaut wird und es nicht möglich ist, zum Kanonenweg durchzufahren. Von der Vollsperrung der Esbacher Straße, wo ebenfalls die Brücke neu gebaut wird, erfahren die Verkehrsteilnehmer, wenn sie aus dem Kaeser-Kreisel in Richtung Esbacher Straße fahren und können sich darauf einstellen.

In der Nikolaus-Zech-Straße in Scheuerfeld ist die Fahrbahn bis zum 30. September halbseitig gesperrt. Das ist zwar keine dramatische Behinderung, aber auch dort sollte man nicht mit hoher Geschwindigkeit an den Baufahrzeugen vorbeidüsen. Einen Hinweis auf die Baustelle gibt es indes nicht.

Verzögerung am Sonntagsanger

Gut ausgeschildert ist die Sperrung des Sonntagsangers. Wer den Judenberg herunterkommt und davon nichts weiß, kann noch rechtzeitig auf die Stadtautobahn ausweichen. Auch aus Richtung Uferstraße gibt es kein Problem. Übrigens: Die Judenbergunterführung kann inzwischen wieder durchfahren, wer vom Bahnhof her kommt. Wie Gerhard Knoch, Abteilungsleiter beim Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb, gestern auf Tageblatt-Anfrage erläuterte, wird die Baustelle am Sonntagsanger noch ein paar Tage länger als geplant bestehen bleiben müssen. "Die Ummantelung der Gasleitung war beschädigt, sie muss jetzt nachisoliert werden." Das sei nicht vorauszusehen gewesen - deshalb die Verzögerung. "Bis zum Ende der Ferien sind wir aber fertig", verspricht Gerhard Knoch.

Ansonsten gilt in Coburg: immer schön vorsichtig um die Kurven fahren. Es könnte dahinter eine Baustelle lauern.