Fragen Sie mich bloß nicht, was Muklas nun genau sind, wie sie zu definieren sind. Fakt ist, die Viecher geistern durch die Welt von Pettersson und Findus, grinsen öfters hämisch und gemein aus Sven Nordquists Bilderbüchern und flüchten ganz schnell und in dramatischen Posen, wenn es der freche Kater Findus wieder einmal zu bunt treibt. Weil sie so winzig klein sind, ist es für junge wie ältere Leser und Betrachter der Bücher ein vergnüglicher Sport, in den üppigen Zeichnungen von Sven Nordqvist die Muklas überhaupt zu entdecken.
Laut Besetzungsliste des Landestheaters kommt zumindest ein Mukla vor im neuen Kinderstück in der Reithalle, das heute Premiere hat. Boris Stark soll es spielen. - Das passt zu dem, der ist sonst Souffleur, also ein Zuflüsterer, der nichts mit dem Eigentlichen zu tun, aber gut Lachen hat, wenn es schief geht. Allerdings muss der Boris diesmal doch mit auf die Bühne, eben als Mukla, und fetzige Gitarre spielt der Musiker auch noch.
Wem, ob groß oder klein, muss man noch erklären, wer Petterson und Findus sind? Ok, denjenigen, die sich selbst schon allzu lange versichern, dass es keine sprechenden Tiere gibt, die sich von kindlich-philosophischen Durchblickereien und all den herrlichen Bilderbüchern, die heutzutage produziert werden, abgewandt haben, hoffentlich aber nicht von jeglicher Fantasie an sich.
"Pettersson und Findus" ist eine weltweit erfolgreiche Kinderbuchreihe des Schwedischen Autors und Zeichners Sven Nordqvist (geboren 1946 in Helsingborg). Es gibt den alten Tüftler und seinen gewitzten Kater auch in Comicform und mittlerweile mehrfach verfilmt. In Deutschland werden die Bücher vom Oetinger-Verlag in der Übersetzung von Angelika Kutsch publiziert.
Sven Nordqvist wollte ursprünglich eine Geschichte von zwei alten Leuten schreiben, die immer noch etwas erledigen müssen, bevor sie zum Eigentlichen kommen, und dann schon fast nicht mehr wissen, was sie eigentlich vorhatten.

Dumme Hühner

Pettersson ist ein etwas schrulliger alter Mann, der allein in einem Häuschen am Rand eines schwedischen Dorfs wohnt, ein raffinierter Tüftler, der die ungewöhnlichsten Apparate bastelt. Der alte Kauz brauchte jemanden zum Reden. Das sollte aber keine Frau sein. Also erschuf Nordqvist Findus, den zu Streichen aufgelegten, ungeduldigen Kater, der seinen Namen daher hat, dass Pettersson ihn in einer Schachtel mit dem Aufdruck "Findus grüne Erbsen" bekam - Findus ist der Name eines schwedischen Lebensmittelkonzerns. Findus kann sprechen, zieht es aber vor, das den Leuten im Dorf nicht zu sagen.
Eine nicht unmaßgebliche Rolle spielen Prillan, Mathilda, Fia, Doris, Majros, Soffi-Moffi, Stina-Fina, Henrietta und Henni, die dummen weißen Hühner, die Findus schon deshalb vor dem gemeinen Fuchs retten muss, damit er sie weiter erschrecken kann.
Für das Landestheater Coburg hat Schauspielerin Sandrina Nitschke erstmals als Regisseurin die schönsten Episoden aus Nordquists 15 Büchern ausgewählt zu einer etwa 45-minütigen Geschichte verwoben.
Und: Gespielt wird in jener Zwischenwelt, in der von Menschen geführte Großpuppen ein ganz eigenwilliges Bühnenleben entwickeln können. Findus wird von Eva Marianne Berger geführt und gesprochen. Niklaus Scheibli wird Pettersson sein, wenn es sein muss aber auch die Hühner flattern lassen. Auch Oliver Baesler wird sich gackernd einbringen.
Also, worum geht's dann ab heute? Kater Findus dauert die Erklärerei schon wieder viel zu lange: Dreimal im Jahr Geburtstag feiern, so oft es nur geht die Hühner in Petterssons Stall erschrecken, die Welt entdecken und den gefräßigen Fuchs verscheuchen, wozu sich Findus und Pettersson eine erstaunliche Maschinerie ausdenken. Es ist offensichtlich höllisch was los auf Pettersons Hof. - Da sollen 45 Minuten Spieldauer reichen?

Landestheater Coburg "Petterson und Findus" - Schauspiel nach den Bilderbüchern von Sven Nordqvist für Menschen ab 3 Jahren.
Inszenierung Sandrina Nitschke, Ausstattung Till Kuhnert, Darsteller: Eva Marianne Berger (Findus), Niklaus Scheibli (Pettersson/Hühner), Oliver Baesler (Caruso/Hühner/ Gustavsson), Boris Stark (Muckla, Musikus).Premiere heute um 15 Uhr in der Reithalle.