Die Stadt Coburg installiert für die Ladenbesitzer des Stadthauses ein neues Heiz- und Kühlsystem. Mit einem 120-Tonnen-Kran und einem Ausleger von 52 Meter wurde das Gerät über das Dach des Stadthauses in den Innenhof gehievt.

Nicht das Heizen, sondern das Kühlen in den Sommermonaten sei ein Problem für die Besitzer der Geschäfte in der Ladenpassage des Stadthauses gewesen, sagte Harald Reißenweber, Bauleiter am Hochbauamt der Stadt Coburg. Zwei Geschäfte würden mit einem Gasaußenwandgerät beheizt. Da durch das dicke Mauerwerk im Sommer die Geschäftsräume über Nacht nicht auskühlen könnten, würden dort Temperaturen von 30 bis 35 Grad herrschen.

Mit dem neuen VHV-System für Heiz- und Kühltechnik könne das Problem für die Mietobjekte im Stadthaus behoben werden. Die Stadt Coburg investierte als Vermieter rund 85 000 Euro für das moderne Heiz- und Kühlsystem.

Um das 330 Kilogramm schwere Gerät in den Innenhof oberhalb der öffentlichen Toiletten zu bekommen, war eigens ein 120- Tonnen-Kran geordert worden. Rund eine halbe Stunden brauchten Florian Obert und Kranführer Friedbert Schmitt, um den Kran in die richtige Position zu bekommen, denn es mussten schwere Holzbalken unter die ausfahrbaren Stützen des Krans gelegt werden. Mehr als 50 Meter wurde schließlich der Teleskoparm ausgefahren um die Fracht über den Giebel des historischen Stadthauses hieven zu können. Metallbauer hatten zuvor ein stählernes Podest angebracht.

Nur wenige Minuten

Dieser Auftrag, so der Kranführer, sei für ihn kein Problem und keine knifflige Aufgabe. Er müsse sich nur auf seinen Mitarbeiter verlassen, der ihn per Funk ähnlich wie der Beifahrer in einem Rallyeauto dirigiere. Und so dauerte es nur wenige Minuten, bis das technische Gerät in den Innenhof gestellt werden konnte. Hier warteten bereits Michael Thiemann und Markus Köstner von einer Wallenfelser Kälte- und Klimatechnikfirma. Vorbereitungen für das Verlegen der Leitungen waren zu diesem Zeitpunkt schon erledigt.

Die Leitungen zu den fünf Läden verlaufen durch den Zwischenraum von Stadthaus und "Knopf-Schneider" weiter zur ehemaligen Kegelbahn von Herzog Casimir, die heute als Aktenlager verwendet wird. Von dort aus, beschreibt Bauleiter Harald Reißenweber, würden die Leitungen zu den Geschäften gelegt.