Seit zehn Jahren laufen die Sportler zum "Tag der Deutschen Einheit" unter dem Motto "grenzenlos durch das Rodachtal". In diesem Jahr haben 354 Läufer die Laufschuhe geschnürt und sind entlang von Wiesen, Feldern und Hügeln, durch die Straßen und Gassen malerischer Fachwerkstädtchen gejoggt, von Franken nach Thüringen und umgekehrt.
Vor dem Medical-Park in Bad Rodach haben sich am Samstag die Teilnehmer des Marathonlauf versammelt. Die meisten Sportler sind völlig entspannt, einige wärmen sich mit Übungen auf. Ein großes Helferteam begibt sich unterdessen auf Fahrrädern oder in Fahrzeugen an die Wechsel-und Verpflegungspunkte, die entlang der Strecke platziert sind. Für den reibungslosen Ablauf sorgen, laut Organisator Gunter Hölig, 200 ehrenamtliche Helfer von Vereinen, Hilfsorganisationen oder Privatpersonen. Entlang der Strecke versorgen sie die Teilnehmer mit Wasser oder Obst. Die Marathonstrecke ist übrigens ein etwa 42 Kilometer langer Rundweg,von Bad Rodach über Heldburg, Autenhausen, Ummerstadt und zurück.
Torsten Dohnalek aus Dörfles-Esbach nimmt zum fünften Mal an dem Marathon-Lauf teil. Er startet als Einzelläufer und wirkt kurz vor dem Startschuss völlig gelöst. "Hier ist es immer super gut organisiert, die Leute sind gut drauf, die Stimmung bestens und das Wetter war immer gut." Und das Niveau, sagt der Läufer, steige von Jahr zu Jahr.
Dohnalek gehört zu den trainierten Teilnehmern, anders ist dies bei dem Team der Bürgermeister. Eine eigene Staffel stellen Markus Mönch (Gemeinde Weidhausen), Wolfgang Bauersachs (Gemeinde Weitramsdorf), Bernd Höfer (Gemeinde Meeder) und der Bürgermeister von Bad Rodach Tobias Ehrlicher. Ehrlicher gibt unumwunden zu: "Wenn wir als Vorletzter ins Ziel kommen, sind wir froh, denn wir haben überhaupt nicht trainiert."
Pünktlich um 10.30 Uhr gibt Ultraläufer Heribert Hofmann das Startsignal. Während die Läufer los sprinten werden sie angefeuert von der Sambagruppe Aipalé, von Freunden und Familie, von Kurgästen, Patienten und Mitarbeitern des Medical-Park.
Lena Roßhirt (10) ist mit den Großeltern Ingrid und Paul-Heinz Roßhirt von Bad Neustadt nach Bad Rodach gekommen. "Mein Papa hat beim Berlin-Marathon mitgemacht und jetzt ist er in Bad Rodach dabei," sagt Lena, die freilich hofft, dass ihr Vater Marcus Roßhirt, als einer der ersten über die Ziellinie läuft.
Gunter Hölig ist kurz nachdem der Startschuss auf dem Gelände des Medical-Parks gefallen ist, in Eile, denn in 30 Minuten möchte er in Autenhausen sein, wo die Teilnehmer des Halbmarathons an den Start gehen. Übrigens nimmt ein Teilnehmer aus Äthiopien am Halbmarathon teil, Etana Getachew läuft für die Bayreuther Turnerschaft. "Der junge Mann", erklärt Medical-Park Geschäftsführer Christian Grunow, sei in Deutschland auf Asylsuche. "Wir finden es spannend, dass so ein guter Läufer teilnimmt." Am Ende hat Getachew den Streckenrekord erheblich verbessert. Der 27-Jährige geht nach einer Stunde, sieben Minuten und 44 Sekunden über die Ziellinie.