Vor einigen Jahren ging es der Oberfüllbacher Wehr wie vielen Feuerwehren im Landkreis: Es fehlte der Nachwuchs. Doch im vergangenen Jahr haben die Oberfüllbacher die Initiative ergriffen und das mit überwältigender Resonanz. Sie gründeten die Kinderfeuerwehr Löschwichtel.

"Bei 15 Kindern mussten wir die Aufnahme stoppen, das hätten wir sonst nicht geschafft", sagt Kommandant Michael Müller. Gleich nach der Gründung haben die Löschwichtel beim ersten Kinderfeuerwehr-Leistungsmarsch im Neustadter Stadtteil Wildenheid den Pokal geholt und sind damit am Samstag die Ausrichter der zweiten Auflage dieses Wettkampfes.

Deshalb liegt auch schon ein bisschen Aufregung bei den Kindern in der Luft. Ebenso bei den großen Feuerwehrleuten. Das ist nicht verwunderlich, denn die Konkurrenz ist groß: Schließlich geht es darum den Pokal gegen die Kinderfeuerwehren aus Rossach, Gossenberg, Ahorn, Niederfüllbach und Wildenheid zu verteidigen.

Wie viele Stunden Kommandant Müller und Kinderwart Michael Baudler in den vergangenen sechs Monaten in die Vorbereitungen investiert haben, vermögen die beiden nicht zu sagen. Aber darum geht es auch nicht. "Die Stunden zählt doch keiner, im Mittelpunkt stehen die Kinder und die Feuerwehr", so Baudler. Um eben die jüngsten Bürger rechtzeitig für die Feuerwehr zu begeistern haben die Oberfüllbacher, wie einige andere Wehren im Landkreis zuvor, eine Kinderfeuerwehr gegründet. Zwischen sechs und zwölf Jahren sind die Jungen und Mädchen alt, die sich auf den kommenden Samstag mit Feuereifer vorbereiten.

"Nach der Gründung im vergangenen Jahr, haben wir uns gedacht, dass wir beim Leistungsmarsch in Wildenheid mitmachen. Aber mit einem Sieg haben wir nicht gerechnet", sagt Müller. In der Oberfüllbacher Wehr müssen in diesen Tagen alle der 18 aktiven Kameraden mit anpacken. Die beiden Hauptakteure Baudler und Müller sind täglich beschäftigt. Die Übungen für den Samstag haben sie in einer kleinen Broschüre zusammengefasst. Zum Teil sind diese selbst ausgedacht oder aus dem Internet. Die Aufgaben, erklärt Müller, müssen spielerisch aufgebaut sein und dennoch einen Bezug zur Feuerwehr haben: "Ganz wichtig ist es, dass am Ende eine Mannschaft und nicht ein einzelnes Kind gewinnt."

Das Team steht im Vordergrund

Die Kameradschaft soll vor dem Einzelnen stehen, denn dies sollte, in den Augen der Oberfüllbacher, der Leitgedanke einer Feuerwehr sein. Nachdem die Übungen ausgearbeitet waren, haben Müller und seine Kameraden diese mit den Kinder geprobt und an den Feinheiten gefeilt. Schließlich haben sie den teilnehmenden Wehren das Konzept vorgestellt, so dass sich nun alle Kinder auf den Wettkampf vorbereiten können. "Damit sind die Chancen gleich", so Müller. Im Vordergrund steht sowieso der Spaßfaktor, sagt Müller, dessen Jungen, Albert und Emil, selbstverständlich mit von der Partie sind. "Wir haben aber auch viele Kinder dabei, deren Eltern nicht bei der Feuerwehr sind", betont Müller.

Wettbewerbe, die Spaß machen

Gefragt sind am Samstag Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Teamgeist. Die Übungen sind so aufgebaut, dass jede Altersgruppe gefordert ist. Beispielsweise stehen Schlauchziehrollen, Feuerwehrstiefel-Zielwurf oder eine Wasserförderung mit dem Saugschlauch auf dem Programm. Eine Geheimübung haben sich Baudler und Müller übrigens auch ausgedacht.

Diese verraten die beiden auch auf eindringliches Nachfragen der Kinder auf keinen Fall. "Klar, quetschen uns die Kinder aus", sagt Baudler lachend. Die Spannung steigt also bis zum Samstag in Ebersdorfer Gemeindeteil weiter an. Es treten insgesamt 67 Kinder, aus sechs Kinderfeuerwehren des Landkreises an. Sollte es ein Stechen zwischen zwei Wehren geben, dann müssen die Erwachsenen ran und für die Entscheidung sorgen. "Das Wetter soll ja passen. Wir hoffen auf viele Zuschauer", sagt Müller.


Feuerwehrwettkampf

Leistungsmarsch Die Veranstaltung beginnt am Samstag um 14 Uhr am Feuerwehrhaus im Mühlweg in Oberfüllbach. Siegerehrung ist um 17 Uhr.