Als Abschluss und weiteren Höhepunkt der Veranstaltungen zum 40-jährigen Bestehen der Deutschen Johann Strauss Gesellschaft gab es einen fulminanten Klavierabend mit der jungen aus Coburg stammenden Pianistin Nina Scheidmantel, die sich mit anspruchsvollen Werken von Schütt, Chopin und Schumann viel vorgenommen hatte, sie aber brillant bewältigte.


Als ehemalige Stipendiatin der Gesellschaft war sie für dieses Konzert geradezu prädestiniert und begeisterte die Zuhörer in der Aula des Casimirianums mit ihren gekonnten Darbietungen.


Nach dem Vorbild Liszts, mit dem er wie mit Brahms und Rubinstein befreundet war, schuf der russisch-österreichische Pianist, Dirigent und Komponist Eduard Schütt mehrere Paraphrasen über Themen von Johann Strauss Sohn, von denen man jene über den "Fledermaus-Walzer" und über den Walzer "Geschichten aus dem Wiener Wald" zu hören bekam.


Chopin und Schumann

Die seinerzeit beliebten Werke sind nicht einfach zu spielen, erklangen aber unter den Händen von Nina Scheidmantel griffsicher und minutiös gestaltet. Seien es die dramatischen Steigerungen am Schluss der ersten Paraphrase oder die Triller und Läufe der zweiten - alles wurde überlegen bewältigt und mit sensiblem, differenziertem Anschlag dargeboten.


Zwischen den beiden Paraphrasen erklang die Polonaise Fantasie A-Dur von Fréderic Chopin mit ihrer gefühlvollen Einleitung und ihrem vielgestaltigen Hauptteil, in dem Nina Scheidmantel ausdrucksvolle Piano-Kultur, aber auch kraftvollen Zugriff und eindrucksvolle Virtuosität zeigen konnte.
Hauptwerk des Konzerts war nach der Pause das Monumentalwerk der Sinfonischen Etüden von Robert

Schumann, das in knapp 40 Minuten mit 12 Etüden und diversen Anhängen einen ganzen pianistischen Kosmos eröffnet. Nina Scheidmantel zeigte nicht nur eine enorme Gedächtnisleistung und physisches Durchhaltevermögen, sondern bewältigte die pianistischen Hürden bis auf wenige Kleinigkeiten bravourös und eindrucksvoll.


Zwei Zugaben

Nach anhaltendem Beifall gab es noch zwei gegensätzliche Zugaben in Form der "Träumerei" von Schumann und dem virtuosen impressionistischen Klanggemälde "Jeux d" eau" von Maurice Ravel.