Dieses Ergebnis war eine der nicht wenigen Überraschungen bei der ereignisreichen Kommunalwahl 2008. Vor sechs Jahren setzte sich in der Stichwahl zum Niederfüllbacher Bürgermeister der ÜWN-Kandidat Martin Rauscher gegen den langjährigen Amtsinhaber Walter Esch von der SPD durch.

Immerhin: Das erste Versprechen, das Martin Rauscher 2008 direkt nach seiner Wahl in der Emil-Kirchner-Halle gab, hat er gemeinsam mit dem Gemeinderat in Angriff genommen und inzwischen in großen Teilen umgesetzt - es war die Neugestaltung des Niederfüllbacher Schlossparkes.

In der Folgezeit hatte es Martin Rauscher in seinem Amt nicht leicht. Bei "nur" drei ÜWN-Gemeinderäten hatte es der Bürgermeister nicht immer leicht, für seine Ideen Mehrheiten im Gemeinderat zu finden. Bei manchen Projekten wie etwa der direkten Anbindung der Carl-Brandt-Straße an die CO 12 kamen Bürgermeister und Gemeinde auch nach wochenlanger Diskussion auf keinen gemeinsamen Nenner.

Nun stellt sich der einzige ehrenamtliche Bürgermeister im Landkreis also noch einmal zur Wahl. Sein Gegenkandidat ist weder für Rauscher noch für die Niederfüllbacher Bürger ein Unbekannter: Frank Gallinsky, der bereits vor sechs Jahren für das Amt des Bürgermeisters kandidierte und auf ein höchst respektables Ergebnis von 25,27 Prozent kam.

In Niederfüllbach mit seinen knapp über 1500 Einwohnern findet am 16. März die "kleinste" Wahl im Landkreisgebiet statt. Vor sechs Jahren gingen davon knapp über 900 Bürger zur Wahl. In Niederfüllbach stehen drei Listen zur Auswahl.

CSU 1. Frank Gallinsky; 2. Marita Pollex-Claus; 3. Kilian von Pezold; 4. Thomas Müller; 5. Bastian Büttner; 6. Iso Capan; 7. Oliver Carl; 8. Sascha Wolf; 9. Andreas Hackl; 10. Frank Rudolph; 11. Maximilian Müller; 12. Matthias Bellenberg; 13. Sven Böhme; 14. Markus Schindler; 15. Jens Zech; 16. Renate Holzheid; 17. Günther Witzgall; 18. Heidi Witzgall; 19. Maria Stahn; 20. Mariechen Gehde; 21. Peter Winkelmann; 22. Wolfgang Quinger; 23. Thorsten Vogler; 24. Siegfried Schleifenheimer

SPD 1. Erika Krauß; 2. Bernd Roßberg; 3. Dagmar Dressel; 4. Jürgen Klerner; 5. Diana Geisler; 6. Martin Alfsmann; 7. Anke Blinzler; 8. Maximilian Metschke; 9. Brigitte Päckert; 10. Thomas Geuther; 11. Beatrix Liepke; 12. Benjamin Esch; 13. Kim Roßberg; 14. Steffen Liepke; 15. Andrea Erkenbrecher; 16. Jürgen Geisler; 17. Susanne Föhrkolb; 18. Uwe Roßberg; 19. Gabriele Esch; 20. Herbert Trapp; 21. Gertraud Stüllein; 22. Michael Schmidt; 23. Matthias Ernst; 24. Stefan Hetz

Überparteiliche Wählergruppe Niederfüllbach (ÜWN) 1. Martin Rauscher; 2. Tina Großmann; 3. Thomas Schöllchen; 4. Christa Rauscher; 5. Bernd Lewandowski; 6. Corinna Leicht; 7. Werner Bätz; 8. Heinz Großmann; 9. Rosina Bamberger; 10. Karl-Heinz Zeibich; 11. Rainer Lech; 12. Silke Häfner; 13. Jan Rauscher; 14. Lieselotte Schwarz; 15. Michael Pampel; 16. Stephan Pollach; 17. Rolf Sinne; 18. Dietmar Schwarz; 19. Marion Rauscher; 20. Bernhard Rauscher; 21. Klaus Rauscher; 22. Christine Sinne; 23. Claudia Lech; 24. Tobias Großmann



Amtsinhaber Martin Rauscher

Welche Ziele haben Sie sich bei der Wahl gesetzt?
Ich möchten den Menschen in Niederfüllbach klarmachen, dass wir die Potenziale, die wir haben, nur nutzen und erhalten können, wenn Parteiinteressen vom Gemeinderatstisch gefegt werden. Partei-und Fraktionsanhänger müssen frei und unabhängig ohne Repressionsdruck entscheiden können. Die Entscheidungsfindung muss am Tisch des Gemeinderats und nicht, wie in der Vergangenheit, - möglicherweise von wortgewandten Meinungsmachern manipuliert - in den Fraktionssitzungen stattfinden.

Welche Projekte sehen Sie für Ihre Gemeinde im Mittelpunkt?
Die Anbindung der Carl-Brandt-Straße an die CO 12 mit folgenden Zielsetzungen: Aufwertung der gesamten Gebiets um das E-Center zur Ansiedlung weiterer Geschäfte und Dienstleister, Verbesserung der Busanbindung, Reduzierung des innerörtlichen Durchgangsverkehrs, -Einsparung durch kürzere Wegstrecken, BA3 der Städtebauförderung mit Neubau der Beckenhaus-Brücke, bedarfsgerechte Unterbringung der Feuerwehr, Projektierung Hochwasserschutz.

Was sagen Sie zu den - meist von außen kommenden Vorschlägen - dass Niederfüllbach sich doch am besten gleich Coburg anschließen sollte?
Alles hat seine zwei Seiten. Momentan und auch in der Vergangenheit konnten mich die kommunalen Leistungen der Stadt Coburg nur wenig überzeugen. Selbstverwaltung und Selbstverantwortung sind ein hohes Gut, solange Menschen bereit sind, sich dafür einzusetzen.



Herausforderer Frank Gallinsky

Welche Ziele haben Sie sich bei der Wahl gesetzt?
Durch eine gute und verlässliche Arbeit von Seiten des Bürgermeisters und des Gemeinderats mit Inklusion aller Niederfüllbacher Bürger und Bürgerinnen möchte ich versuchen, wieder ein besseres "Wir-Gefühl" in unserer schönen Gemeinde zu bekommen. Es muss wieder möglich werden, konzeptorientiert im Gemeinderat zu arbeiten, um Entscheidungen und Beschlüsse über alle Parteigrenzen hinweg herbeizuführen, denn es geht um unsere Zukunft. Diese Zukunft haben wir nur dann, wenn alle an einem Strang ziehen.

Welche Projekte sehen Sie für Ihre Gemeinde nach der Wahl im Mittelpunkt?
Zunächst einmal müssen wir an dem Städtebauförderprogramm weiterarbeiten. Wir müssen uns als Kommune überprüfen (Gebäudemanagement), aber auch hinsichtlich unserer Arbeitsweisen (eine effektivere Gemeinderatsarbeit). Dazu gehört auch, dass wir den Bürgern Gemeinderatsentscheidungen transparenter machen. Die Vereinsarbeit muss gestärkt werden. Ich denke, was wirklich im Mittelpunkt stehen sollte, sind einfach unsere Bürger, unsere Heimat, unser Niederfüllbach.

Was sagen Sie zu den - meist von außen kommenden - Vorschlägen, dass Niederfüllbach sich doch am besten gleich Coburg anschließen sollte?
Nein , ich denke, dass dies keine Option ist, denn jeder Einzelne, der in Niederfüllbach groß geworden ist, weiß wie schön das Dorfleben und das Miteinander im Ort sein kann, wo jeder seine Ansprechpartner noch kennt.





Den Ortskern entlasten (Thomas Schöllchen, Fraktionssprecher ÜWN Niederfüllbach)


Wir streben neben der Wiederwahl des amtierenden Bürgermeisters Martin Rauscher den Zugewinn mindestens eines weiteren Sitzes in der Gemeindevertretung, also vier Mandate an.
Zu den wichtigsten Projekten für unser Dorf zählt eine Aufwertung des E-Center-Areals mit seinem Umgriff durch Schaffung einer direkten Anbindung an die CO 12 im Bereich der Carl-Brandt-Straße. Wichtig ist uns auch eine Entlastung des Ortskerns vom Durchgangsverkehr und eine Verbesserung der Busanbindung für Niederfüllbach West und - Ost. Wichtig ist außerdem ein effizienter Hochwasserschutz, entsprechende Planungen werden wir deshalb mit Nachdruck verfolgen.



Räume für die Feuerwehr (Erika Krauß, Fraktionssprecherin SPD)


Obwohl wir keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellen, wollen wir unsere Fraktionsstärke, die momentan aus vier Mitgliedern besteht, erhalten und nach Möglichkeit natürlich ausbauen.
Das Amt des Bürgermeisters möchten wir in junge Hände legen. Wir als SPD-Fraktion stehen für die stetige Entwicklung unserer Gemeinde, auch im Rahmen der Städtebauförderung.
Wir möchten adäquate Räume für die Feuerwehr schaffen (Stichwort Feuerwehrhaus), für Familien, Jung und Alt die Gemeinde lebenswert erhalten und gestalten und für ein gedeihliches Miteinander in allen Bereichen werben.



Alte Bäckerei sanieren (Kilian von Pezold, Fraktionssprecher der CSU)


Wir hoffen, die Anzahl von derzeit fünf Gemeinderatssitzen zu erhalten und künftig den Bürgermeister zu stellen.
In der Gemeinde Niederfüllbach ist in den vergangenen Jahren vieles liegen geblieben.
Deshalb möchten wir das begonnene Städtebauförderprogramm in Zukunft engagiert vorantreiben.
Wir benötigen dringend ein neues Feuerwehrhaus für Niederfüllbach, welches sowohl den aktuellen personellen als auch den technischen Anforderungen genügt.
Wir würden dies gerne gemeinsam mit der Sanierung des "Vereinshauses Alte Bäckerei" in zentraler Lage im Ort umsetzen.