Der Fokus ist auf einen kleinen Ausschnitt scharf gestellt, der Auslöser gedrückt. Die Welt kommt für einen Moment zur Ruhe. Das Ergebnis ist ein Bild, das auch den Betrachter kurz inne halten lässt, ob der schlichten Schönheit, mit der sich die Natur von Zeit zu Zeit präsentiert.

Mit dem Fotowettbewerb "Natur im Fokus", prämiert das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz seit drei Jahren solche eindrucksvollen Naturaufnahmen. Und bereits zum zweiten Mal wurde die Neustadterin Katharina Kluger dabei für ihre Fotografien ausgezeichnet.

"Dass etwas Totes von so lebendiger Schönheit sein kann, habe ich nicht gewusst, bevor ich dieses tote Holz fotografiert habe", beschreibt die 16-Jährige ihr Bild "Totholzspiegelung", mit dem sie in der Kategorie "Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher?" den ersten Platz in ihrer Altersgruppe erzielte.

"Das einzige, was es dazu braucht, ist eine vom Wind unberührte Wasseroberfläche, die so glatt ist wie ein Spiegel, und die Natur des Mürschnitzer Moores", fasst Kluger die Komposition der Natur in Worte.

Insgesamt 18 Preise wurden in drei Altersklassen unter den 700 Teilnehmern vergeben. Der Preis für Katharina Kluger war ein Naturerlebniswochenende mit einem Profifotografen in Immenstadt. Ein Erlebnis waren auch die Touren im Mürschnitzer Moor, bei der die 16-Jährige ihren Vater auch schon mal vor dem Versinken retten musste.

Könnte sich Katharina einen Lieblingsort zum Fotografieren aussuchen, es wäre Island: "Die Wildpferde dort würden mich interessieren", erzählt die 16-Jährige. Eine solche Reise müsste dann aber geplant sein. Anders als ihre sonstigen Ausflüge mit der Kamera: "Am liebsten ziehe ich spontan los, und schaue, was sich für Motive ergeben", sagt Katharina, deren Bilder, gemeinsam mit denen der anderen Preisträger noch bis zum 2. März 2014 im Museum Mensch und Natur in München zu sehen sein werden.

Für die Aufnahme "Abendrot in Plesten" erhielt die 16-Jährige außerdem den Sonderpreis in der Kategorie "Farbenspiel der Natur". "Ich bin froh, ein so stimmungsvolles Bild nicht nur mit meiner Kamera festhalten zu dürfen, sondern es auch in meinen Erinnerungen zu haben", sagt die Neustadterin. Bei Gelegenheit wolle sie wieder einmal zum Sonnenuntergang nach Plesten kommen. Dann vielleicht ohne Kamera. Aber mit einem Notizblock. Fotografin möchte die 16-Jährige später nämlich nicht werden. "Wenn Autorin klappen würde, wäre das super toll", sagt Katharina und stellt bereits jetzt den Fokus auch auf ihre Schriftstellerkarriere scharf.

Zur Leipziger Buchmesse im kommenden Frühjahr erscheint ihr erstes Buch: "Düfte der Jahreszeiten". Ein Fantasy-Roman über ein Mädchen, dass sich in ihrem neuen Leben als Hexe zurechtfinden muss. Aber ohne Zauberstab-Geschwinge, versichert die Jung-Autorin, die schließlich versucht habe, das ganze erwachsen zu gestalten. Eigene Welten erschaffen mit ihren Geschichten, das reize sie dabei am meisten. "Es geht mir darum, dass was man denkt, zum Ausdruck bringen zu können", sagt Katharina und fügt hinzu: "Das geht beim Fotografieren und beim Schreiben."

Die Fotos für die Cover ihrer Bücher möchte die 16-Jährige daher später auch alle selber machen.