Der evangelische Kindergarten "Farbenfroh" in der Hans-Rollwagen-Straße kann erweitert werden. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Montag für den Ausbau zum zweigruppigen Kindergarten einstimmig grünes Licht gegeben. Mit der Erweiterung trägt die Stadt der größeren Zahl an Krippenkindern Rechnung. Das Projekt wird mit insgesamt 987.500 Euro zu Buche schlagen, die Stadt Neustadt wird davon 542.000 Euro tragen.
Ursprünglich hätte der Anbau einschließlich des neuen Spielplatzes mehr als eine Million Euro kosten sollen. In der Sitzung des Bausenates im Januar war darüber berichtet worden, dass die gerechneten Herstellungskosten gegenüber den ersten Kostenschätzungen um rund 29 Prozent höher liegen sollten. Architekt und Stadtverwaltung suchten daraufhin nach Einsparungsmöglichkeiten. "Da gibt es nicht so viele Möglichkeiten", sagte Richard Peschel vom Baureferat.

Verzichtet wird nun auf eine Dachterrasse und die Außendämmung des Gebäudes wird weniger stark. Installiert wird hingegen eine kleine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Diese ist der Energieeinsparverordnung (EnEV) geschuldet und muss sein. Möglicherweise errichten die Stadtwerke diese Anlage.
Der Stadtrat gab seine Zustimmung für folgende Kosten: Das Bauwerk selbst wird mit 565.000 Euro veranschlagt, technische Anlagen sind für knapp 150.000 Euro vorgesehen, die Außenanlagen stehen mit 40.000 Euro zu Buche, Ausstattung und Baunebenkosten betragen 58.000 und 174.000 Euro. Vom Gesamtbetrag über 987.500 Euro übernimmt die Kirche nach der Betriebsträgervereinbarung 35.500 Euro, Fördermittel werden in Höhe von 460.000 Euro erwartet, sodass der Anteil der Stadt 491.000 Euro beträgt. Dazu allerdings kommen noch rund 15.000 Euro für die Feuerwehrzufahrt und weitere Stellplätze für die Mitarbeiter; denn mit dem größeren Kindergarten erhöht sich auch die Personalstärke.

Weiterer Posten, den die Stadtkasse übernimmt, ist der Spielplatz mit knapp 36.000 Euro. Der Spielplatz sollte im vergangenen Jahr ohnehin erneuert werden, das geschieht nun nach der Erweiterung.


Kein Problem mit Hönbach

Gegen den beabsichtigten Bebauungsplan von Sonneberg zum Einkaufszentrum Hönbach hat der Neustadter Stadtrat am Montag keine grundsätzlichen Bedenken geäußert. Allerdings fordert der einstimmige Beschluss, dass Begrifflichkeiten genauer definiert werden. So sollen für die vorgesehenen 13.000 Quadratmeter "Verkaufsflächenpool" "die Art der Nutzung, die Größe und die Aufgliederung des Warenangebotes festgesetzt" werden. Auch die sogenannte "Sonneberger Liste" soll detailliert in dem neuen Bebauungsplan erscheinen. Diese Liste legt fest, was innenstadtverträgliche Warensortimente sind und somit in Einkaufszentren auf der grünen Wiese angeboten werden darf.

Der neue Bebauungsplan für das Einkaufszentrum wird 700 Quadratmeter mehr Verkaufsfläche zulassen und gleichzeitig auf sich ändernde Nachfragen, neue Marktbedingungen und mögliche Folgenutzungen flexibler reagieren. Die Verkaufsfläche wird sich auf insgesamt 30.900 Quadratmeter erhöhen. In dem Einkaufszentrum zu finden sein werden ein Baumarkt (9700 Quadratmeter Verkaufsfläche), SB-Warenhaus (6000 Quadratmeter), eine neue Shop-in-Shop-Zone (5500 Quadratmeter), Möbel auf 6400 Quadratmetern und neu auf 2500 Quadratmetern sogenannte nicht innenstadtrelevante Waren.

"Unterm Strich ist das ein Nullsummenspiel", sagte Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD). Die thüringische Nachbarstadt unterlasse seit Jahren konsequent Außenansiedlungen. "Wir haben keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass sich dies ändern wird. Wir selbst haben mehr Einkaufsmärkte im Außenbereich ermöglicht."

Eine kleine redaktionelle Änderung in den Richtlinien zur Städtebauförderung des eigenen Förderprogramms passierte den Stadtrat ebenfalls ohne Diskussion und Gegenstimme. So hieß es bislang, dass "kleine private und öffentliche bauliche Maßnahmen" finanziell unterstützt werden können. Die Baumaßnahmen der öffentlichen Hand, also der Stadt, sind nun in den Richtlinien nicht mehr enthalten. So beschränkt sich die Stadt nicht selbst.