Fast genau 20 Jahre ist es her, dass der Musiklehrer Rolf Otto am Arnold-Gymnasium das erste Weihnachtskonzert organisierte. Mittlerweile hat die Veranstaltung Tradition, und so war die Kirche St. Georg wieder bis auf den letzten Platz gefüllt, als das Orchester der Schule die ersten Takte von "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" anstimmte.


Einstimmung auf das nahende Fest


Nach der Pause im Vorjahr, als das Gymnasium ein eigenes Musical auf die Beine gestellt hatte, warteten diesmal das Schulorchester, der Unterstufenchor und der große Chor wieder mit einer Mischung aus Klassikern und neueren Stücken auf. Den jungen Interpreten gelang es vortrefflich, die Zuhörer auf das nahende Fest einzustimmen.

Gleich zu Beginn hatte der Unterstufenchor seinen großen Auftritt. Mit ihren engelsgleichen Stimmen sangen die Kinder ihre ganz eigene Version von George Michaels "Last Christmas", die jedem ans Herz ging.


Zwei junge Sänger


Paul Rebhan und Luca Heller waren zwei der Sänger. "Wir haben die letzten vier Wochen sehr viel für diesen Moment geprobt", erklärte der zehnjährige Paul Rebhan. Dass sie mit ihren Mitschülern in der voll besetzten Kirche singen würden, hätte sich sein gleichaltriger Kumpel Luca Heller vor einem Jahr noch nicht träumen lassen. "Unser Musiklehrer Jochen Kästner hat uns am Anfang des Schuljahres gefragt, ob wir im Chor singen wollen", sagte er. "Jetzt sind wir froh, dass wir mitgemacht haben." Und: Die beiden Neustadter wollen weitermachen.

Die musikalische Bandbreite des Schulorchesters ist gewaltig. Die Gymnasiasten beherrschten Saxofon, Klavier, Querflöte, Posaune, Gitarre und Violine nahezu perfekt. Dass jeder zehnte Schüler des Arnold-Gymnasiums im Chor singt oder im Orchester spielt, beweist, wie musikalisch die Schule ist.

Bei der "Sonate e-Moll opus 37 Nummer 2 von Joseph Bodin de Boismortier stand Lukas Heunisch mit seiner Violine im Duett Rolf Otto am Basso continuo in nichts nach. Sein ganzes Können zeigte der Musiklehrer dann bei "The armed Man", als er den großen Chor mit seinem Generalbass begleitete.


"Ich hätte am liebsten selbst mitgemacht"


Bei "Have yourself a merry little christmas", das Sarah Turhan vortrug, wollte so mancher Zuhörer am liebsten selbst mitsingen. Jennifer Höhn hat letztes Jahr noch selbst im Chor gesungen und war diesmal als Zuhörerin gekommen. "Es war so toll, ich hätte am liebsten selbst mitgemacht", sagte sie nach dem Konzert strahlend.
Ein absoluter Höhepunkt war "Lena's Song" von Stefan Nilsson, das die 18 Jahre alte Justine Stammberger interpretierte. Vor einem Jahr hatte die Rödentalerin schon eine der Hauptrollen im Schulmusical ergattert.

"Durch das Engagement und die Tipps von Jochen Kästner habe ich mich enorm weiterentwickelt", sagte sie. "Die Proben waren anstrengend", erinnerte sie sich, "aber ich hatte immer Spaß". Viel selbstbewusster sei sie durch das Singen geworden.


Tosender Beifall


Nachdem alle zusammen zum Abschluss "O du fröhliche" gesungen hatten, gab es tosenden Beifall vom Publikum, der noch stärker wurde, als Rolf Otto, der eben noch die große Orgel gespielt hatte, wieder nach unten kam und sich verneigte. Zu Recht können er und seine Kollegen Jochen Kästner und Marius Popp stolz sein.

"Die Weihnachtskonzerte in der Kirche haben immer eine ganz besondere Atmosphäre", erklärte Rolf Otto, von dem kurz nach dem Konzert die Anspannung abfiel. "Immer, wenn wir hier den letzten Akkord spielen, fängt für mich die Weihnachtszeit richtig an."