Bauangelegenheiten waren das einzige Thema, mit dem sich der Gemeinderat Großheirath in seiner jüngsten Sitzung befasste. Wegen der Bedeutung für die Gemeinde war das gesamte Gremium und nicht nur der Bauausschuss eingebunden.

Enorme Erdbewegungen

Im Gewerbegebiet wird sich in Kürze erheblich etwas tun. Die Firma Max-Carl KG beantragt eine Geländeauffüllung für den Neubau ihres Logistikzentrums. Hierzu soll zunächst der Mutterboden auf einer Fläche von etwa 51 000 Quadratmetern mit einem Volumen von rund 17 900 Kubikmetern abgetragen werden. Das Gelände soll dann mit Hoch- und Tiefpunkten mit einer Schotterschicht in Höhe von 30 bis 47 Zentimetern abgedeckt werden. Entlang der Tiefpunkte wird eine Drainage zur Entwässerung vorgesehen. Die Schotterfläche beträgt etwa 50 300 Quadratmeter, das Volumen ungefähr 19 400 Kubikmeter. Das gemeindliche Einvernehmen mit dem Vorhaben wurde einstimmig erteilt.

Die Firma Adolf Gottfried Tonwerke GmbH plant, ihre Aufbereitungsanlage zu modernisieren. In diesem Zusammenhang braucht es auch die wasserrechtliche Erlaubnis zur Sammlung und Einleitung des Niederschlagswassers. Die Gemeinde wird gemäß bergbaulicher Gesetze beteiligt. Ziel der Entwässerungsarbeiten ist die Ableitung der anfallenden Niederschlagswässer von den Betriebs- und Dachflächen des Betriebsgeländes über einen kleinen Flachlandbach und angeschlossenem Grabensystem in den Vorfluter Itz.

Kein öffentliches Gewässer

Hierzu soll auf dem Firmengelände ein Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von etwa 2000 Kubikmetern in Erdbauweise errichtet werden. Mittlerweile habe sich jedoch herausgestellt, dass es sich bei dem kleinen Flachlandbach nicht um ein öffentliches Gewässer, sondern um den Straßenentwässerungsgraben der Kreisstraße handelt. Der Landkreis stimmt der Einleitung nicht zu. Auch der Notüberlauf des Regenrückhaltebeckens darf nicht in den Straßengraben eingeleitet werden. Bei starken Regenfällen könnte es dazu kommen, dass die nördliche Zufahrt der Tonwerkstraße überflutet wird. Das ist nicht im Sinne der Gemeinde. Um die Überflutung zu vermeiden, muss der Durchlass unter der Straße so dimensioniert werden, dass kein Rückstau in den Straßengräben entsteht. Die Firma Gottfried wurde über die Ablehnung seitens des Landkreises informiert. Falls die Planung geändert wird, wird die Gemeinde Großheirath vom Bergamt erneut am Verfahren beteiligt. Der Gemeinderat nahm den Sachverhalt ohne Abstimmung zur Kenntnis. Grundsätzlich hat man aber keine Einwände.

Auch ein paar private Bauanträge lagen vor. Der ehemalige Saal des Gasthauses "Zum Goldenen Stern" (Schramm) in Neuses soll wiederbelebt werden. Hilmar Schramm beantragt die baurechtliche Genehmigung für die Wiederaufnahme der Nutzung. Die Nutzung war im Jahr 1976 eingestellt worden und die Herausnahme des Saales aus der gaststättenrechtlichen Konzession wegen baulicher Mängel von den Eigentümern selbst beantragt worden.

Kein Bestandsschutz mehr

Aufgrund des langen Zeitablaufes besteht für die baurechtliche Genehmigung der ehemaligen Nutzung kein Bestandsschutz mehr. Die zukünftige Nutzung bezieht sich im Wesentlichen auf den vorhandenen Saalbau im Obergeschoss. Dort sollen Gesellschaften bis maximal 200 Personen bewirtet werden. Das Erdgeschoss wird nicht mehr genutzt. Durch die Begrenzung der Besucherzahl auf maximal 200 Personen kommt die Versammlungsstättenverordnung nicht zum Tragen. Es ist allerdings ein Sonderbau, für den es ein Brandschutzkonzept geben muss. Seitens der Unteren Verkehrsbehörde wird über ein Parkverbot auf beiden Straßenseiten zumindest für die Dauer einer Großveranstaltung nachgedacht. Grund: Eine Gasse für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehrfahrzeuge soll freigehalten werden.

Ein Baum wird gefällt

Auch bei dem Vorhaben von Thomas Waldenmaier ist die Gemeinde um ein gütliches Übereinkommen bemüht. Er beantragt den Anbau eines Wintergartens, eines Carport und einer Garage an das bestehende Wohnhaus in Rossach. Für eine bessere Zufahrt soll ein Baum auf dem gemeindlichen Grundstück daneben entfernt werden. Wie Bürgermeister Udo Siegel (CSU/Bürgerblock) sagte, gebe es in der Gemeinde eine Richtlinie, wonach ein neuer Baum gepflanzt werden soll, wenn einer gefällt wird. Aber daran soll es nicht scheitern. Ferner beantragte Thomas Waldenmaier beim Landkreis die Anlage einer Parkbucht an der südwestlichen Grundstücksgrenze entlang der Kreisstraße auf einer Länge von etwa 20 Metern. Auch hier war das Gremium bei einer Gegenstimme einverstanden.