Technikbegeisterte können ab dem kommenden Wintersemester "Erneuerbare Energien" an der Hochschule Coburg studieren. Dabei wird das klassische Elektrotechnik-Studium mit Inhalten zur Photovoltaik, Windkraftenergie und Speichertechnologien verknüpft.

Seit knapp einem Jahr läuft im Neustadter Stadtteil Fechheim ein Pilotprojekt im Bereich der Erneuerbaren Energien. Denn die kleine oberfränkische Gemeinde hat ein Problem, das viele Nutzer von Solaranlagen kennen. An sonnigen Tagen wird mehr Strom produziert, als überhaupt verbraucht werden kann. Das örtliche Stromnetz ist überlastet. In Fechheim wurde deshalb erstmals ein Stromspeicher ins Ortsnetz eingebunden. Überschüssige Energie wird jetzt in einer Batterieanlage gespeichert und in den Abendstunden und am Morgen - wenn der Stromverbrauch höher ist - wieder abgegeben. 200 Kilowattstunden können die insgesamt 72 Zellen in dem kleinen Container aufnehmen.

Tobias Blenk, 29 Jahre alt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Coburg arbeitet seit März an dem Projekt. Er soll eine Lösung finden, um Netzverluste zu minimieren und die Leistungsfähigkeit der Batterien so lange wie möglich zu erhalten. "Außerdem werde ich ein Programm entwickeln, mit dessen Hilfe die Anforderungen an so eine Speicheranlage berechnet werden können." Tobias Blenk hat während seines Studiums der Elektrotechnik an der Hochschule Coburg bereits Vorlesungen zum Thema Regenerative Energien besucht. Ihn fasziniert vor allem die Frage, wie Energienetze optimiert werden können. Denn nach wie vor kann Strom, der im Norden Deutschlands durch Windenergie produziert wird nicht ohne weiteres in den Süden transportiert werden.

Das neue Studienangebot soll angehende Ingenieure jetzt auf diese Herausforderungen vorbereiten. "Die Bedeutung der erneuerbaren Energien ist in den vergangenen Jahren immer stärker geworden", erklärt Dekan Michael Rossner. Deutschland sei mittlerweile Marktführer in wichtigen Kernfeldern der erneuerbaren Energien. "Bis 2020 sollen, so eine Prognose des Beratungsunternehmens Deloitte, in der Branche der erneuerbaren Energien 500.000 Arbeitsplätze existieren", schreibt das Statistikunternehmen Statista auf seiner Internetseite. Die Chancen stehen also gut für Absolventen des neuen Studiengangs.