Störungsfreier Empfang, eine verbesserte Wiedergabequalität und eine Vielzahl von Programmen - das Digitalradio erfüllt viele Wünsche. Stück für Stück soll auf Vorschlag der Europäischen Union der analoge Rundfunk abgeschaltet werden. Doch so weit ist es noch nicht. In Coburg auf dem Eckardtsberg läuft jetzt DAB+ (Digital Audio Broadcasting) erst einmal im Probebetrieb. "Ende der Woche schalten wir dann endgültig die Sender auf", sagt Ingrid Mitterhummer, Leiterin der technischen Information beim Bayerischen Rundfunk (BR), der diesen Sendemast betreibt. Elf Programme bietet der BR derzeit auf DAB+ an, weitere könnten folgen. Zum Vergleich: In München sind es bereits 50, in Bamberg 20. Die Hörfunkprogramme werden mit digitalen Sendeverfahren übertragen.

Bisher nur BR-Programme

"Im Moment haben wir nur die bayerischen Programme aufgeschaltet", erläutert Ingrid Mitterhummer. Andere Radiosender, wie zum Beispiel der Deutschlandfunk oder Deutschlandradio, können sogenannte Mitbenutzungsverträge abschließen. Insofern sei das Digitalradio auch umweltfreundlich, denn bestehende Sendeanlagen können genutzt werden, es müssen für die Verbreitung der Digitalradio-Programme keine oder kaum neue Sendetürme errichtet werden.
Einer, der sich berufsbedingt gut mit Radio-Technik auskennt, ist Karl Heinz Holzberger aus Großheirath. Heute ist er Rentner und hört sehr viel Radio. Er hat mit Interesse verfolgt, was sich auf dem Eck ardtsberg tut. "Bisher war der Empfang von DAB+ im Raum Coburg fast überall ziemlich schlecht. Man konnte nur auf DAB empfangen." Doch damit ist jetzt Schluss. Es läuft nur der technisch bessere Nachfolger mit dem Plus im Namen. "Alle Kanäle sind einwellig, so dass man überall den gleichen Empfang hat, auch im Auto."
Wer auf DAB+ umstellen möchte, benötigt allerdings ein spezielles Radio. Das gibt es schon seit einiger Zeit im Fachhandel. Sie verfügen übrigens auch noch über einen UKW-Empfänger. Damit können alle bisherigen Radioprogramme und auch die neuen digitalen Angebote über ein Gerät gehört werden. "Ich hätte auch noch ein paar Jahre mit meinem UKW-Radio leben können, aber wir müssen damit rechnen, dass es das bald nicht mehr gibt."

Strahlung nicht gefährlich

Und wie steht es um die Strahlung, die der nun etwas erhöhte Mast auf dem Eckardtsberg aussendet? Gerold Schnabl von der Stabsstelle Umwelt der Stadt bleibt gelassen. "Der Mast ist weit genug vom Wohngebiet entfernt", sagt er. Nichtsdestotrotz werde aber auch im Umfeld der Eckardtsberges regelmäßig die Einhaltung der Grenzwerte gemessen. Das erledigt die Bundesnetzagentur im Auftrag der Stadt kostenlos. "Die messen den gesamten Elektrosmog in einem bestimmten Bereich, nicht nur den, der von einer Anlage ausgeht." Und da gebe es in der Stadt Gebiete, die weit mehr belastet seien als das Umfeld der Eckardtsberges .