Bislang hat die Bahn angekündigt, Coburg lediglich am Morgen und am Abend anfahren zu wollen. "Arroganz" sei das, schimpft Michelbach - erst eine Einschleifungsstrecke zu bauen und sie dann nicht zu nutzen. Der Zustand der Strecke und der Übergang in Creidlitz stellen für die Bahn kein Hindernis da, betont er. In der Tat ist es so, dass der Bahnübergang Creidlitz für Zuggeschwindigkeiten von 100 Kilometern pro Stunde ausgelegt ist und die Regionalexpresszüge fahren dort auch so schnell, sagen Bahnkenner.

Michelbach jedenfalls startet mit der Hoffnung ins neue Jahr, dass seine Gespräche zum Erfolg geführt haben. Welchen Kompromissvorschlag er mit seinen Gesprächspartnern erarbeitet hat, verrät er indes noch nicht. Die Region und die Wirtschaft hatten bislang einen ICE-Systemhalt in Coburg alle zwei Stunden gefordert. Die Bahn lehnt das ab, weil dadurch in Bamberg oder Erlangen mehr Fahrgäste benachteiligt würden als in Coburg profitieren.

Nun spricht Michelbach von "Verhandlungsergebnissen", die "bis Anfang März" veröffentlicht werden sollten, wenn sie von den "zuständigen Gremien" akzeptiert seien. Welche Gremien das sind? Auch da hält sich Michelbach bedeckt: "Eisenbahngesellschaften, Bahnvorstand, Aufsichtsrat, Verkehrministerium." Welche Eisenbahngesellschaft außer der DB Fernverkehr da noch mitreden könnte, sagte Michelbach am Dienstag nicht.