"Effect´s Hutzel, hutzel, Zack zack hurra und Idis Ahoi" schallte es vom Rathausbalkon. Eigentlich haben die Narren bereits seit dem 11.11. in allen Rathäusern die Macht an sich gerissen, aber in der Vestestadt laufen seit vielen Jahren die Narrenuhren etwas anders. Viele Passanten, Freunde der närrischen Zeit und auch viele Eltern der Gardemädels hatten zuvor den Weg vom Spitaltor durch die Fußgängerzone zum Rathaus gesäumt.

Die Coburger Narrhalla, die Effect's und die Tanzsportgarde Coburger Mohr seien nach dem Motto "Coburg ist bunt" in einem farbenfrohen Zug zum Marktplatz gekommen, um die Macht im Rathaus zu übernehmen, rief Thomas Eck, Präsident der Coburger Narrhalla vom Rathausbalkon.

Als neu gewähltes Oberhaupt der Stadt Coburg dürfe sich Norbert Tessmer gleich bis Aschermittwoch in den "Urlaub" verabschieden. Für die "CN" sei dies ein echter Glücksfall, denn erstmals würde ein amtierender Oberbürgermeister seine Bürgermeisterkette mit einer Kette eines Elferrates der CN tauschen. "Du kannst Deine Kraft ab sofort voll in den Dienst der Narrhalla stellen".

"Seid gegrüßt Ihr Narrenschar, Präsident, Elferrat, Komitee, Königin, und Prinzenpaar, heute heißt es wieder "Bürgermeister rück den Schlüssel raus, jetzt ist es mit dem regieren aus. Das habt ihr euch schön ausgedacht, im ersten Moment hab ich auch g´lacht. Doch ihr scheint´s ernst zu meinen Und nicht zu spaßen scheinen. Ich hab ihn doch erst ein halbes Jahr. Und so ist eines sicher klar. Der Schlüssel bleibt in meiner Hand, da könnt ihr Laufen mit'n Kopf durch die Wand", so Norbert Tessmer bei seinem ersten Sturm aufs Rathaus als Oberbürgermeister. "Hart erkämpft und bin jetzt froh, das da drüben ist jetzt mein Büro. Doch wenn ich´s überleg genau, dann wäre es vielleicht doch schlau, denn wissen tun es alle Mann, unsere Stadt die ist ganz klamm". Es wird dann eure Aufgab´ sein, spült in die Kassen Geld herein. "Jetzt werden wir mal weichen und schnell die Segel streichen, rück auch den Schlüssel euch raus, und verlass dann dieses Haus".

Das neue amtierende Coburger Kinderprinzenpaar der Coburger Narrhalla, Prinzessin Emilia I. und Prinz Moritz I. kennen sich schon seit dem Kindergarten Marienschule und mussten bis heut auf den Prinzenthron warten, wie sie in ihrer Rede mitteilten. "Mein Papa wollte hier mal rein und neuer Oberbürgermeister sein. Der Chef hier drin ist jetzt der Tessmer, Papas Wahlergebnis, des vergess mer".

Sie freue sich selbst und auch alle da unten gesund, munter und auch fröhlich zu seh`n, denn was der Welt gerade alles sei gescheh´n, da könne einem das Lachen manchmal wirklich vergeh`n, so Silvia Ebert von den Effect`s. Auch in Coburg seien Flüchtlinge aufgenommen worden und sie hoffe, sie seien aufs Herzlichste willkommen. "Es sei eine Kunst, nicht zu verzagen, und auch die schwächeren gemeinsam mit uns zu tragen".

Es sei sicherlich nicht leicht und ein Spagat, den Brauchtum und die gesellschaftliche Stellung der Narrhalla mit den zahlreichen sozialen Aktionen in Coburg zu verbinden, so das Resümee des scheidenden Prinzenpaares Prinzessin Elke I. und Prinz Martin I.

Leider sei es der allgemeinen Langeweile in Coburgs Ämtern zu verdanken, dass unser berühmtestes Kulturgut auf der Liste der aussterbenden Rassen stehe, so CN-Präsident Thomas Eck. Die Coburger Bratwurst - über Kühle gebraten und schwarz! Ein Markplatz ohne Bratwurstbuden, ohne den typischen Geruch, ohne Rauch und nur noch weiße, labbrige Bratwürste auf dem Elektrorost, sei undenkbar. Die Coburger Narrhalla trage seit jeher die Coburger Bratwurst als Symbol im Prinzenzepter und fühle sich ihrem Schutz besonders verbunden. "Wir lassen uns unsere Kühle und unsere schwarze Bratwurst nicht verbieten und deshalb heiße das Motto des Coburger Faschings ab sofort: "Jetzt geht´s um die Wurst"!

"Zack zack Hurra", ja, die Faschingszeit ist wieder da! Ein ganzes Jahr sei jetzt vergangen und endlich könne sie mit ihrer Regentschaft anfangen, stellte die Gardekönigin Marina I. vom Coburger Mohr in ihrer Antrittsrede heraus. Marina die Erste so werd sie genannt. Vierzehn Jahre sei siej etzt als Tänzerin im Verein und wie man merke, könne sie nicht mehr ohne sein. Von Klein bis Groß hab so alles dabei, ja wir sind bereit für die Narretei, rief sie vom Balkon. Und wie es schon am Anfang zu vermuten war " Zack zack Hurra" bedeutet: Der Coburger Mohr ist wieder da!

Vor Jahren sei habe ihre Tochter Marie als amtierende Kinderprinzessin mit auf dem Weg zum Rathaus begleitet und heute stehe sie auch mit oben auf dem Rathausbalkon, erinnerte sich Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber. Es sein einfach fantastisch hier oben auf dem Balkon zu stehen und den Blick auf die vielen Narren und auch den Coburger Wochenmarkt genießen zu können.