Haarscharf an einem Großbrand vorbei geschrammt sind in der Nacht auf Mittwoch die Bewohner des Großheirather Gemeindeteiles. Nur die Aufmerksamkeit einer Nachbarin verhinderte, dass ein landwirtschaftliches Anwesen komplett in Flammen aufging. So kam es "nur" zu einem Wohnungsbrand, dessen Schadenshöhe von Markus Reißenberger - dem Pressesprecher der Coburger Polizei - am Tag nach dem Feuer auf rund 15.000 bis 20.000 Euro geschätzt wurde.

Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge, befüllte der 64-Jährige Bewohner des Anwesens am frühen Abend noch einmal seinen Holzofen, ehe er das Haus verließ. Allerdings geriet durch die große Strahlungswärme direkt neben dem Ofen gelagertes brennbares Material in Brand. Von dort aus breitete sich das Feuer im gesamten Wohnraum aus.

"Absolut richtig gehandelt"

Dann kamen zum Glück die Nachbar ins Spiel. Diese entdeckten den Feuerschein in einem Fenster und handelten gleich doppelt: Sie alarmierten über Notruf die Polizei und drückten den Alarmknopf des Buchenroder Feuerwehrgerätehauses. Kreisbrandmeister Krischa Heym (Untersiemau), der gemeinsam mit seinem Kreisbrandrats-Kollegen Bernd Schulheiß (Rossach) sowie dem Großheirather Kommandanten, Andreas Hümmer, den Löscheinsatz der rund 100 Feuerwehr-Aktiven leitete, lobte diese Reaktion ausdrücklich: "Die Nachbarn haben absolut richtig gehandelt."

Die Feuerwehren aus Buchenrod und Großheirath waren dadurch extrem schnell nach der Alarmierung um 19.10 Uhr vor Ort und drangen mit schwerem Atemschnutz in das bereits völlig verqualmte Gebäude ein. Dies geschah fast in letzter Sekunde, wie Keym berichtete: "Das Feuer loderte schon durch die Fenster." Hätten sich die Flammen im Dreiseithof auf die dem Wohngebäude angeschlossene Scheune ausgebreitet, wäre wohl der gesamte Hof in Gefahr gewesen. Mit vier Atemschutz-Trupps gelang es den Feuerwehren, das Feuer richtig in Griff zu bekommen. Verletzt wurde beim Einsatz niemand. Vor Ort waren die Feuerwehren aus Buchenrod, Gossenberg, Untersiemau, Rossach, Großheirath, Staffelstein und der Stadt Coburg.

Der Ofen ist gefährlich

In Zusammenhang mit dem Brand wies Krischa Heym noch einmal ausdrücklich auf die Gefahren beim Betrieb von Feuerstätten in Wohnräumen hin. Nicht umsonst sei es schließlich ein Teil der rechtlichen Vorschriften, dass der Betrieb von Feuerstätten niemals unbeaufsichtigt vonstatten gehen dürfe.

Weg mit den Deko-Artikeln

Man dürfe die Strahlungswärme von Holzöfen auf keinen Fall unterschätzen, warnte Heym. Im Buchenroder Fall ist es vermutlich so gewesen, dass weiteres Heizmaterial zu nah am Ofen stand und dadurch in Brand geriet. "Leichtfertiger Umgang mit brennbaren Stoffen", nennt man diesen Leichtsinn. Ein Umstand, der insbesondere bei der Schadensregulierung durch die Versicherung erhebliche Schwierigkeiten mit sich bringen kann.

Wie Krischa Heym erläuterte, haben gerade in der kalten Jahreszeit brennbare Gegenstände im Umfeld von Öfen nichts zu suchen. "Decken, Kissen und sonstige Dekorationsartikel können sich durch die Strahlungswärme eines Ofens ganz schnell entzünden." Und nicht immer gibt es so aufmerksame Nachbarn wie in Buchenrod...