So viel und so gut, dass es schon wieder ärgerlich wird, weil man schlicht nicht 'rum kommt? So weit lassen wir es am 10. September, bei der zwölften Coburger Nacht der Kontraste nicht kommen. Aber klug und überlegt müssen Musikfreunde schon vorgehen, wollen sie unter den mehr als 20 Musikensembles und Solisten, die vom Palmenhaus bis zur Veste hoch an den schönsten Orten rund um den Hofgarten auftreten werden, das für sie Schönste besuchen.
Nachdem heuer die Firma Brose als Hauptsponsor eingestiegen ist, konnte das bereits in den vergangenen Jahren stets üppige und überraschende Musikprogramm laut Organisator Martin Rohm noch "internationaler und anspruchsvoller gestaltet werden". Zwei Drittel der Künstler seien international renommiert, ein Drittel verspricht die Begegnung mit beliebten regionalen Künstlern.
Das Motto der Museumsnacht 2016 lautet "Unsere Welt: fremd und vertraut", und so liest sich auch das Musikprogramm, das Klang-Kontraste von Mozart bis Metallica bieten wird, mit den Mozart-Heroes aus der Schweiz, dem Autoharpsinger Alexandre Zindel, den balinesischen Klängen von Liquid Soul oder dem Balkan-Speed von Čarlama Orkestar. Hier das Programm im einzelnen:

Alexandre Zindel bietet zur Autoharp amerikanischen Folk, aber auch Lieder von Zarah Leander oder Charles Trenet. Die Autoharp ist ein meist 36-saitiges Instrument aus der der Familie der Zithern, die mit ihrem ungewöhnlichen Klang fast nur in den USA und in England verbreitet ist. - Staatsarchiv, ab 19 Uhr fünf Mal zur vollen Stunde

Carlama Orkestar ist eine internationale Brassband mit vier Saxofonisten, die nicht nur authentisch in der Volksmusik verwurzelt, sondern auch mit allen Wassern gewaschene Jazzer sind und die neben eigenen Songs auch Pop- und Rockhits nach der "Carlama-Methode" verbalkanisieren. Carlama ist serbisch und bedeutet "wilder Tanz". - Hofkirche ab 19 Uhr fünf Mal zur vollen Stunde

Delia Schneider: Die aus Coburg stammende Pianistin und Komponistin ist mit eigenem Programm auf Tour in Deutschland und den USA und hat mittlerweile vier Alben herausgebracht. Darauf sind ihre eigenen Rock-, Blues- und Jazz-Kompositionen für Klavier zu hören. - Westpavillon

Duo Pasculli nennen sich seit 2012 Silke Augustinski (Oboe und Englischhorn) und die aus Coburg stammende Anna-Maria Frankenberger (Harfe). Das Repertoire der diplomierten Musikerinnen reicht vom Barock bis zur Gegenwart, von Bach bis Morricone. - Nikolauskapelle ab 19 Uhr zur vollen Stunde

Dusty Dixx sind eine fränkische Coverband mit großer musikalischer Bandbreite, die durch ihren dreistimmigen Gesang punktet. Das Repertoire reicht von Queen über Linkin Park bis zu den Toten Hosen. Plus eigene Songs. - Naturkundemuseum, ab 19 Uhr

FAVO sind der Sopransaxofonist Volker Schlott und der Bassklarinettist Falk Breitkreuz, Absolventen der Musikhochschule Hanns Eisler und gefragte Mitmusiker von Prominenten wie Mikis Theodorakis, Chaka Kahn oder Udo Lindenberg, aber auch von Big Bands und Symphonieorchestern. Dazu kommt der belgische Sänger Sander de Winne. Programm: Bearbeitungen etwa von Piazzolla und den Beatles und eigene Kompositionen. - Leise am Markt ab 19 Uhr zur vollen Stunde

Filippa Gojo unternimmt als Sängerin traumwandlerische Vokalexkurse zwischen perkussivem und lyrischem Gesang. Sie und ihr Quartett erhielten 2015 den Neuen Deutschen Jazzpreis sowohl in der Kategorie Band als auch in der Solisten-Sparte. - Kunstverein ab 19 Uhr zur vollen Stunde

Frithjof Greiner & Daxi Pan: Die in der Region bekannten Musiker bieten Werke berühmter Geiger sowie populäre Stücke von Mozart bis Elgar. - Landesbibliothek, ab 19 Uhr zur vollen Stunde

Gabriele Hirsch: Die Organistin von St. Augustin gibt ein halbstündiges Orgelkonzert (unter anderem Toccata und Fuge in d-moll von Bach, die Suite sud-américaine von Gerhard Deutschmann und "Nun danket alle Gott" von Sigfrid Carg-Elert). - St. Augustin, 18 Uhr

Gismo Graf Trio: Der 22-Jährige aus Stuttgart gehört bereits zu den besten Gypsy-Jazz-Solisten der Gegenwart. Das Trio wagt die Brücke vom Jazz zu Pop, Bossa Nova und Swing und bietet ausdrucksstarke Eigenkompositionen. - Hexenturm ab 19 Uhr zur vollen Stunde

Henrik Letzer, 1997 in den Niederlanden geboren, hat eben sein Abitur am Albertinum abgeschlossen. Als Akkordeon-Solist hat er bereits verschiedene hochrangige Preise errungen. - Puppenmuseum ab 19 Uhr vier Mal zur vollen Stunde

Holler my Dear aus Berlin kredenzen zur Partystimmung herzhaft-vertrauten, aber auch bittersüßen und deftig-scharfen Akustik-Pop, gekreuzt mit Swing und Funk. - Veste Coburg Bühne im Burghof ab 19 Uhr

Holstuonarmusigbigbandclub: Alpen-Reggae? Volksmusik, Pop, Jazz, Weltmusik? Die Vorarlberger Musikvirtuosen lassen sich nicht schubladisieren. - Veste, Bühne im Burghof ab 22 Uhr

Jule Malischke feat. Stephan Bormann: Studium Klassische Gitarre in Augsburg und Akustische Gitarre (Jazz, Pop, Weltmusik) in Dresden, wo sie heute als Lehrbeauftragte tätig ist. Sie tritt zusammen mit dem Dresdner Gitarrenprofessor Stephan Bormann auf. - Bürglaßschlösschen ab 19 Uhr zur vollen Stunde

Liquid Soul: Die Multiinstrumentalisten Beate Gatscha und Gert Anklam studierten auf Bali die landestypische Gamelan-Musik. In Coburg bringen sie neben der Wasserstichorgel Hang, Saxofon, Sheng, Taiko sowie das Gender Wayang, ein Metall-Xylophon, zum Klingen. Dabei sind auch der indonesische Gongkünstler Sayo mit seinem Riesengong und der Tablavirtuose und Perkussionist Ravi Srinivasan. -St. Augustin, ab 20 Uhr vier Mal zur vollen Stunde

Markus Ewald ist als freier Organist in Coburg und Bad Rodach tätigt. Er spielt Musik von Max Reger. - Morizkirche, 20 und 23 Uhr

MoJo sind fünf Musiker und eine Musikerin mit jahrzehntelanger Bühnenerfahrung in der Region. Sie präsentieren Rockklassiker und Blues. - Theater in der Reithalle, 21 bis 24 Uhr

Mozart Heroes: Mit Violoncello und Gitarre rocken die zwei Schweizer Chris und Phil durch sämtliche Musikepochen und kombinieren feine klassische Melodien von Mozart mit brachialen Rock-Riffs von ACDC und epischen Filmscores. - Brose Gebäude 25, ab 18 Uhr im Wechsel mit Nina Scheidmantel

Nick Barton Der Liverpoler lebt heute in Ebersdorf und spielt den Bass in einer Erlanger Rockband. Vor zwei Jahren fing er an, zu Backing tracks auf dem iPad Gitarre zu spielen. Er wurde als Straßenmusiker für die Museumsnacht entdeckt. - Palmenhaus ab 19 Uhr zur vollen Stunde

Nina Scheidmantel Die aus Gemünda stammende 24-Jährige ist die wohl bekannteste Konzertpianistin der Region, mittlerweile bereits auch international renommiert. - Brose, Gebäude 25, ab 18 Uhr stündlich im Wechsel mit Mozart Heroes

Riccardo Tesi und Banditaliana sind ein bekanntes Ensemble der europäischen Weltmusik-Szene. Der Ethnomusikologe und Virtuose auf dem diatonischen Akkordeon vermischt Jazz und Traditionelles aus Italien, Sardinien, Südfrankreich mit Musik des Balkans, Afrikas und Indiens. - Riesensaal der Ehrenburg ab 19 Uhr zur vollen Stunde

Das Take Five Quintett aus der Rhön widmet sich dem Jazz, Swing, Bebop, Latino und der karibischen Musik. Sowohl moderne geistliche Werke von John Rutter, Bob Chilcott und Jay Althouse als auch introvertierte Stücke aus Pop, Jazz und eigene Stücke werden zu hören sein. - Lutherkapelle auf der Veste ab 19 Uhr stündlich