Paukenschlag im Bad Rodacher Bürgermeisterwahlkampf: Der parteilose Michael Fischer tritt doch nicht für die CSU an! Das hat der 51 Jahre alte Kämmerer am Donnerstag mitgeteilt. "Nach reiflicher Überlegung, guten Gesprächen in meinem persönlichen Umkreis und Abwägung vieler Gründe habe ich mich entschlossen, auf eine Bürgermeisterkandidatur verzichten", schreibt er in einer Presseinformation. Und weiter: "Ich bedanke mich ausdrücklich beim CSU-Ortsverband Bad Rodach für das entgegengebrachte Vertrauen und für die sehr sachlichen Gespräche." Den an deren Bürgermeisterbewerbern, die bereits ihren Hut in den Ring geworfen haben, hätten seinen "vollen Respekt", und er wünsche allen einen "sachlichen und fairen Wahlkampf".

Seitens der CSU nahm Bad Rodachs Ortsverbandsvorsitzender Hartmut Leicht am Donnerstag schriftlich Stellung: "Nach mehreren Gesprächen mit Michael Fischer sind wir von seiner Kandidatur zur Bürgermeisterwahl ausgegangen." Der CSU-Vorstand habe Fischer aufgrund seiner Ausbildung und seines Fachwissens als einen geeigneten Kandidaten für die weitere Entwicklung Bad Rodachs gesehen. Wörtlich schreibt Leicht: "Wir bedauern und respektieren seine persönliche Entscheidung."

Die CSU, so teilt Leicht noch abschließend mit, werde sich nach den Pfingstfeiertagen zusammensetzen und über die weiteren Schritte beraten.

Die CSU hatte von Anfang an klar gemacht, dass sie einen eigenen Kandidaten aufstellen möchte. Doch Michael Fischer ist nun bereits der zweite, der ihnen abhanden gekommen ist: Zuvor hatte bereits ein junger Coburger einen Rückzieher gemacht, nachdem er nicht auch die Unterstützung der Freien Wähler bekommen hatte. Dies wäre für ihn aber die Voraussetzung gewesen, um als "Zugereister" das Risiko einer Kandidatur in Bad Rodach einzugehen.

Die Freien Wähler haben stattdessen mit Susanne Reinhardt inzwischen eine eigene Bürgermeisterkandidatin nominiert. Die SPD schickt Tobias Ehrlicher ins Rennen.

Kurios ist jetzt die Situation für Lars Otto, der als Erstes seine Kandidatur verkündet hatte und vom "Zukunftsforum Bad Rodach" unterstützt wird: Er hatte vor wenigen Tagen erklärt, seine Kandidatur wieder zurückzuziehen, falls Michael Fischer antritt. Das wiederum sorgte beim FDP-Fraktionsvorsitzenden Arndt Feustel für Verärgerung: Er teilte mit, sich nicht mehr im "Zukunftsforum Bad Rodach" zu engagieren. "Man muss doch wissen, was man will", schimpft er über Lars Otto - und: "Wenn sich jemand zu einer Kandidatur entscheidet, muss er das auch durchziehen."

Nun wird das Otto wohl auch durchziehen. Ob er oder einer seiner bislang zwei Mitbewerber gewählt wird, entscheidet sich am Sonntag, 16. September. Der bisherige Bürgermeister Gerold Strobel (Freie Wähler) tritt dann nicht mehr an.