Die Wirtschaftsjunioren Coburg und das Regionalmanagement Coburg-Land haben gemeinsam den "Businessführerschein" an Schüler des Gymnasiums Ernestinum und der Staatlichen Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) verliehen. Der Führerschein ist Teil eines Konzeptes, das den Absolventen der neunten und zehnten Klassen nützliche Fähigkeiten für das Berufsleben vermitteln und eine berufliche Orientierung geben soll.

"Mehr dürfen ist mit dem Führerschein nicht verbunden - aber mehr können", fasste Regionalmanager Stefan Hinterleitner den Zweck der Weiterbildung zusammen. In bis zu zehn Seminaren haben die Schüler mit professioneller Hilfe ihre Kompetenzen verbessert. Selbstbewusstes Auftreten, Präsentations- und Motivationstraining, Zusammenarbeiten mit anderen Kulturen - das beinhalteten die Seminare. Konkret hieß das, sich bei Vorträgen aufnehmen zu lassen, mit Unternehmen sprechen oder sich eine Stunde lang über das Design einer Wasserflasche zu unterhalten, zählte Stefan Kestel, Wirtschaftslehrer am Ernestinum, auf. "Mein Auftreten hat sich merklich gestärkt", sagte Jennifer Sauerland (15), eine der Teilnehmerinnen vom Ernestinum. Auch die Einstellung zum Geld oder der Umwelt habe sich geändert.

"Ich dachte, ich lerne etwas für mein weiteres Leben", erklärte Carina Rüger (16) von der FOS/BOS ihre Motivation. Ihre Zukunft sieht sie "auf jeden Fall in der Wirtschaft". Siegmar Schnabel, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Coburg, würde das freuen. Vor allem, wenn möglichst viele der Absolventen dabei in der Region blieben. In Coburg gebe es überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen, die "hoch innovativ und global aufgestellt", sagte er. Aus dieser Vielfalt der Unternehmen könne abgeleitet werden, wie hoch der Bedarf in der Region sei, und dafür "braucht man die erlernten Softskills", fuhr er fort. Vom Training für den Businessführerschein würden auch die heimischen Unternehmen profitieren, aber zuerst die Schüler, denn sie erhalten eine "verbesserte Startposition für das Berufsleben", sagte er. Ihre Chancen in Coburg seien aufgrund der demographischen Entwicklung "hervorragend", aber die Anforderungen steigen dennoch immer weiter. Daher appellierte er an die Schüler: "Seien sie weiter fleißig."

Dennoch sollen die Teilnehmer sich nicht nur auf den Wirtschaftssektor beschränken müssen. Schnabel geht es darum, dass sich die Schüler damit auseinandersetzen und dann die richtige Entscheidung treffen: "Es gibt kein besser oder schlechter. Ihnen stehen alle Möglichkeiten offen." Denkbar sei etwa ein duales Studium, aber auch im Handwerk gebe es viele spannende Perspektiven, fügte Hinterleitner an.

Das Ernestinum ist zurzeit das einzige Coburger Gymnasium, das beim Businessführerschein teilnimmt, dafür aber schon im vierten Jahr. Die FOS/BOS nahm dieses Jahr zum ersten mal teil. "Wir wollen bei der ersten Runde nicht sehen bleiben", betonte die stellvertretende Schulleiterin, Ulrike Reichert. Auch Schnabel freute sich über den Zuwachs: "Das Konzept trägt Früchte und spricht sich an den Schulen herum."