Unter anderem heißt es in der Stellungnahme darin: "Die SPD-Fraktion bedauert den Austritt der drei Stadtratskollegen und den Umstand, dass es - trotz vieler Gespräche - nicht gelungen ist die bestehenden Differenzen zu klären." Bettina Lesch-Lasaridis räumt ein, dass es "unterschiedliche Meinungen zu unterschiedlichen Themen" gab und dass auch nicht jeder mit allen Entscheidungen immer einverstanden gewesen sei. Zwar sei es "jedermanns Recht, Konsequenzen zu ziehen und die Solidarität aufzukündigen, wenn man sich nicht mehr am richtigen Platz fühlt": Doch werde es nötig sein, darüber zu reden, warum es dazu gekommen ist.

In diesem Zusammenhang erklärt die Fraktionsvorsitzende wörtlich: "Auch die causa Martin Ruggaber wird intern noch einmal thematisiert werden müssen."

Bettina Lesch-Lasaridis schaut dennoch zuversichtlich nach vorne: "Die SPD-Fraktion hat schon eine Vielzahl von schwierigen Situationen gemeistert, und wenn man sich den Dingen wahrhaft stellt, wird die Fraktion gestärkt aus ihnen hervorgehen." Die SPD-Fraktion stehe in Coburg für "klare sozialdemokratische Grundwerte, für Engagement und zielstrebige Umsetzungen". Der SPD-Fraktion mit ihren Oberbürgermeistern Norbert Kastner und Norbert Tessmer sei es zu verdanken, dass Coburg im bundesweiten Vergleich - was Bildung, Betreuung und die soziale Landschaft anbelangt - eine "Spitzenposition" einnehme. Die SPD-Fraktion stehe für das "Ringen um gute Entscheidungen zum Wohle unserer Stadt". Dabei werde, so die Vorsitzende, "kontrovers, offen und sachlich diskutiert".

"Missverständnisse klären"

Einen Fraktionszwang kenne man nicht, jeder habe das Recht auf seine eigene Meinung. Ebenso gebe es "keine Denkverbote und Tabus". So habe es die SPD-Fraktion in der Vergangenheit gehalten und so werde sie dies auch zukünftig tun, sei es beim Thema Schlossplatz-Tiefgarage oder auch einer Max-Brose-Straße. Apropos: Bettina Lesch-Lasaridis teilt mit, dass sich die SPD-Fraktion derzeit um "eine gute Lösung" in dieser Angelegenheit bemühe. In der nächsten Fraktionssitzung werde es deshalb auch ein persönliches Gespräch mit Brose-Enkel Michael Stoschek geben. Ziel sei es, so Bettina Lesch-Lasarids, "eventuelle Unstimmigkeiten und Missverständnisse zu klären".

Abschließend schreibt die Vorsitzende in ihrer Stellungnahme, dass es in der Zukunft vielleicht mehr Mut brauche, "wichtige Themen früher und klarer anzusprechen". Für die SPD Fraktion gelte schließlich die Devise, dass letztendlich "in geistigen Dingen nie die Zahl, sondern die Stärke der Ideen siegt". ct