Alisha ist gerade mal fünf Jahre alt. Nächstes Jahr wird sie in die Schule gehen. Aber in welche, das ist noch sehr ungewiss. "Ich werde ganz oft in einer anderen Schule sein", erzählt das Mädchen. Denn Alisha trägt einen bekannten Nachnamen, sie heißt Renz und ist ein Zirkuskind. "Das haben Mama und Papa auch schon so gemacht. Es macht mir nichts aus" ist das kleine Mädchen überzeugt. Zirkus, das ist Alishas Welt von klein auf. "Sie hatte schon als Einjährige ihren ersten Auftritt in der Manege", sagt Tanja Renz, Chefin des derzeit in Coburg am Bad-Parkplatz (Rosenauer Straße) gastierenden Zirkus, ganz stolz.

Es gibt inzwischen mehrere Zirkusse, die den Namen Renz tragen. Doch alle lassen sich auf einen Mann zurückführen, auf Ernst Jakob Renz, der 1842 als 35-Jähriger den ersten "Circus Renz" gründete. "Ernst Jakob prägte die Zirkuswelt wie kein Zweiter und legte damals den Grundstein für ein Volksvergnügen und für die Faszination am Zirkus", berichtet Tanja Renz. Allerdings sei die Dynastie Renz so gewachsen, dass es zu Abspaltungen kam. Und dann habe vor allem das Fernsehen dazu geführt, dass das Interesse der Menschen an Zirkusvorführungen nachgelassen hat. "Trotzdem sind wir in der Zirkustradition geblieben und bieten ein anspruchsvolles Programm für jeden Geschmack an!"

Chef mit Pferdedressur


Und das stimmt: Das Programm der Renz-Familie kann sich sehen lassen! Selbstverständlich tritt Chef und Zirkusdirektor Alfons Renz mit einer eigenen Show auf. Mit einer interessanten Pferde-Dressur begeistert er gleich zu Beginn der Veranstaltung. Dann überlässt er seinen Kindern die Manege. Hoch oben unter dem Zeltdach demonstriert Jessica ihre Kunst am russischen Rundring - spektakulär, artistisch gekonnt, und nett anzuschauen. Auf dem Horizontalseil tanzt die hübsche Frau später noch Lambada.

Der Mann mit dem eisernen Kinn


Henry, der Mann mit dem "eisernen Kinn", balanciert zunächst einen zehn Kilogramm schweren Vorschlaghammer. Nach Stangen und Leitern folgen Stühle. Nicht nur einer, nein, drei und dann gar fünf Stück kann Henry auf seinem Kinn balancieren.
Clown Charly (Karl-Heinz Renz) gehört zum Inventar. Zunächst muss er sich mit dem Conférencier Alfons auseinander setzen. Dann schafft er es, gleich fünf "Prominente" in die Manege zu locken.

In der mitreißenden Westernshow werden kunstvoll Lassos geschwungen und Messer geworfen, und die kleine Alisha beweist Mut an der Zielscheibe. Zum Schluss wird es heiß: Adriano schluckt Feuer, löscht mit dem Mund brennende Stäbe, flambiert seine Arme und spuckt riesige Feuerbälle.

"Das war heute wieder eine tolle Aufführung", strahlt Zirkusprinzessin Alisha Renz am Ende der Show. Aber was heißt schon Ende? Noch bis zum 16. September gibt es montags bis samstags jeweils um 16 Uhr weitere Vorstellungen, sonntags um 11 und 15 Uhr. Und in der Tierschau können sowohl die Kamele besichtigt werden als auch die Pferde "Mini" und "Maxi", die während der Vorführungen ihren eigenen Teil zum gelungenen Programm des Circus Renz beitragen.