"Drei Weiber und ein Gockel" heißt der Schwank, mit dem die Trächer Laienspieler in die neue Theatersaison gehen. Am Samstag, 5. November, ist Premiere.
Nun schon zum vierten Mal verwandeln die Laienspieler der Sportvereinigung Eicha das Sportheim in ein Theater. Eigentlich, sagt Regisseur Stefan Franz, sollte der Umzug aufgrund des Umbaus im Freizeitzentrum Witzmannsberg zunächst eine Notvariante sein. Inzwischen ist daraus eine Dauerlösung geworden. Franz hofft und ist dabei optimistisch, dass spätestens im Jahr 2018 wieder im Freizeitzentrum gespielt werden kann: "Dann auf einer richtig schicken Bühne mit Beleuchtung und Technik." Indes muss noch improvisiert werden - mit der Bühne, mit den Kulissen und mit dem Platz ohnehin. Das verlangt den Akteuren einiges ab, den Besuchern trotzdem gutes Theater zu bieten. Um die Sicht auf die Bühne besser zu gestalten, ist in diesem Jahr Kinobestuhlung angesagt. Die Theaterbesucher werden also in Reihen sitzen und nicht an Tischen. Aber auf die Bewirtung muss keiner verzichten.


Improvisation war gefragt

Im Februar hat Stefan Franz, der seit vielen Jahren die Fäden in der Hand hat, angefangen, nach einem passenden Stück zu suchen. Er kennt seine Schauspieleleven und wählt danach auch aus. Doch heuer kam es anders. Auf Grund einer Umbesetzung musste im Juli nochmal umdis-poniert werden. "Laientheater ist eben immer auch Improvisationstheater", sagt Franz, der am liebsten selbst auf der Bühne steht und sich auch eine kleine Rolle gesichert hat.


Der Regisseur hat Ansprüche

Einzig neu im Team ist Claudia Bienengräber als Souffleuse. Sie löst Amona Dürr ab, die im vergangenen Jahr in der letzten Vorstellung einspringen musste und Blut geleckt hat an der Schauspielerei. Heuer steht Amona also mit im Rampenlicht. Sabine Schmidt dagegen ist schon eher ein "Urgestein" der Trächer. Sie ist seit über 30 Jahren dabei. Wenn Franz die Rollen besetzt, weiß er genau, wer am besten was darstellt. Und er hat auch seine Vorstellungen vom Spiel auf der Bühne, ist ein Regisseur mit Ansprüchen. Beim Proben aber, gibt er zu, lässt er sich auch gern von den Akteuren inspirieren und "strickt" die eine oder andere Szene um. Franz selbst spielt seit über 20 Jahren Theater, steht heuer zum 32. Mal auf der Bühne, und obendrein tritt er auch als Zauberer auf. "Damit", lacht er, der im normalen Leben Banker ist, "würde ich gern meinen Lebensunterhalt verdienen."
Franz kann sich auf sein eingespieltes Team verlassen. Neben den Laienspielern selbst wird Andreas Weppler die Technik übernehmen, und die "Schorschis" spielen die Musik dazu. Die Mädels selbst haben die Maske übernommen: Amelie, Amona und Emely.


Turbulente Beziehungsgeschichte

Im Mittelpunkt der Handlung des neuen Stücks steht der Hof von Oma Frieda (Sabine Schmidt), auf dem Männer schlechte Karten haben. Lena (Amelie Kotschy) und Irma (Emely Schiegg), ihre Nichten, halten sich die Männer mit einem gesunden Stallgeruch vom Leib. Den Knecht Anton (Felix Höllein) stört das nicht. Er spielt im Hühnerstall den Hahn. Und der Viehhändler Kuno (Jürgen Klüglein) versucht, eine Tochter Anni (Amona Dürr) bei den Viehmärkten an den Mann zu bringen. Als eines Abends ein Gewitter aufkommt, flüchten sich Tom (Thilo Fischer), Ingo (Stefan Franz) sowie Kuno, Anni und auch die Nachbarin Gunda (Martina Franz) zu Oma Frieda. Und da werden die Herzen im Takt des tosenden Sturms mal ordentlich durcheinandergewirbelt. Wer zum Schluss mit wem zusammenkommt, soll natürlich noch nicht verraten werden. Nur eines: Es ist eine verquickte, turbulente und überaus vergnügliche Geschichte mit so einigen Überraschungen - nicht nur auf der Bühne.