Für die Brüder Patrick und Jannik Tonn ist es im Neustadter Schwimmbad am nächsten Samstag ein Heimspiel. Bereits im letzten Jahr haben sie das Publikum bei Rock im Bad mit ihren leisen, melodiösen Liedern begeistert. Seitdem hatten sie schon viele Auftritte, zum Beispiel in der Fachhochschule Coburg, beim AG-Fest und im Weißen Bären beim Puppenfestival. Der 26-jährige Patrick singt und spielt Gitarre, sein 22-jähriger Bruder ist für die Rhythmusinstrumente zuständig und singt ebenfalls. Zur Zeit sind sie noch am Proben für ihren Auftritt am 5. Juli. Das Tageblatt hat die beiden im Freizeitpark Neustadt zu einem Gespräch getroffen.

Wie seid ihr zur Musik gekommen?
Patrick: Vor zehn Jahren habe ich angefangen, Gitarre zu spielen, und auch gleich meine erste Band gegründet. "Grand Failure" hieß die. Musikalisch war das damals noch nicht so toll, aber Spaß gemacht hat es auf jeden Fall.
Jannik: Bei meinem Kumpel im Tischtenniskeller haben wir auch irgendwann einmal gesagt: "Komm, wir gründen 'ne Band." Zu Weihnachten hab ich mir gleich ein Schlagzeug gewünscht, und so ging es bei mir los.

Seit wann seid ihr zusammen eine Band?
Jannik: Seit April 2013. Wir haben uns damals für den Rock-Contest der Stadt Neustadt gegründet.

Und dann habt ihr gleich gewonnen?
Patrick: Ja, von 0 auf 100! Wir sind gleich durchgestartet. Das hat uns total motiviert!

Eure Band heißt "One day off". Wie seid ihr auf den Namen gekommen?
Patrick: Ich hatte mir überlegt, dass man da ein super Logo draus machen kann: Drei Wörter mit jeweils drei Buchstaben. Irgendwie habe ich das bis jetzt aber noch nicht umgesetzt (lacht).
Jannik: One day off bedeutet ja "Freier Tag". Damit passt der Bandname auch gut zu unserer Musik.

Wie würdet ihr eure Musik denn beschreiben?
Jannik: Chillermusik, so zwischen Singer-Songwriter und Akustik-Pop. Ich denke, wenn man unsere Musik hört, fühlt man sich einfach zufrieden und entspannt.
Patrick: Auf keinen Fall machen wir so eine Bierzelt-Kacke.

Patrick, du schreibst ja eure Lieder. Was inspiriert dich zur Melodie und zu den Texten?
Patrick: Die Instrumentalgeschichte kommt beim Gitarrespielen einfach so. Beim Text ist es schwieriger. Jede Silbe muss da passen, da bin ich ziemlich perfektionistisch. Manchmal kommt auch der Text mit einem Schlag. Ideen hole ich mir aus Filmen und aus andren Liedern. Oft ist es aber auch mein Alltag, meine eigenen Erlebnisse, die mich zum Schreiben inspirieren.
Jannik: Zum Beispiel bei unserem neuesten Lied. Da geht es um Langeweile. Es gibt ja Tage, an denen man nur zu Hause rumgammelt. An so einem Tag hat Patrick das Lied geschrieben.

Was hört ihr so in eurer Freizeit?
Patrick: Singer-Songwriter, aber auch Metall und Rock.
Jannik: Manchmal höre ich ruhige Musik, aber eher Death Metal.
Wie fühlt sich ein Auftritt vor einem so großen Publikum wie bei "Rock im Bad" an Habt ihr da Lampenfieber?
Patrick: Naja, bisschen aufgeregt ist man schon.
Jannik: Wenn ich mit meiner Metallband spiele, bin ich nicht so aufgeregt wie mit "One day off", obwohl wir da vor größerem Publikum spielen. Aber mit Patrik muss ich singen und wir sind nur zu zweit, da hört man jeden Fehler.
Patrick: Ja, das stimmt. Die Zuhörer bekommen das vielleicht nicht immer mit, aber man selbst hört es natürlich und dann ärgert man sich.

Vor einem Jahr bei Rock im Bad war eure Oma euer größter Fan. Ist da immer noch so?
Jannik: Unsere beiden Omas sind unsere größten Fans!
Patrick: Ja, sie versuchen bei jedem Auftritt dabei zu sein.

Wie geht es weiter mit "One day off"? Wie stellt ihr euch eure musikalische Zukunft vor?
Patrick: Wir arbeiten im Moment daran, mehr eigene Lieder zu schreiben. Im Moment haben wir so 50 Prozent Cover-Songs.
Jannik: Es wäre auch cool, mal aus Coburg rauszukommen, aber bei uns steht der Spaß im Vordergrund. Ich mag es nicht, wenn man total auf Erfolg getrimmt ist.
Patrick: Genau! Musik ist unser Hobby, wenn wir dann damit noch Erfolg haben, ist das natürlich schön, aber darum geht es nicht in erster Linie.


Die Fragen stellte
Laura Scheler