"Ein Mensch lebt nicht von Brot allein", sagt Michaela Hofmann, Leiterin der Coburger Kulturabteilung. Daher hat die Stadt im März 2013 - ähnlich dem Prinzip der Tafel - eine Coburger Kulturtafel eingeführt, in der einkommensschwache Einwohner Gutscheine für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen erhalten können. Jetzt soll das Angebot für alle Bürger - auch in den Ecken des Landkreises - zugänglich gemacht werden.
"Seitdem wir jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr in der Tafel in der Rodacher Straße auch über das Angebot der Kulturtafel informieren, wird das Konzept viel mehr in Anspruch genommen", erzählt Michaela Hofmann. So könne man viele Einwohner in Kenntnis setzen und oftmals auch für das Projekt begeistern. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres konnten schon 468 Menschen eingeladen werden, freut sich Michaela Hofmann, die Ansprechpartnerin für das Projekt in der Stadt Coburg ist.


Kulturtafel auch im Landkreis

Um nun auch die Region an der Kulturtafel teilhaben zu lassen, bemühte sich Marc Holland stellvertretend für den Fachbereich Bildung, Kultur und Sport im Landkreis Coburg, viele neue Partner zu gewinnen. Tamara Freitag, die nun die Arbeit von Marc Holland weiterführt, bestätigt: "Neu sind zum Beispiel die Kooperation mit der Stadt Rödental oder dem Museum der deutschen Spielzeugindustrie in Neustadt bei Coburg, von dem wir ein monatliches Kontingent an Freikarten erhalten." Denn: "Auch im Landkreis gibt es tolle Kulturangebote", erinnert Michaela Hofmann.
Doch mit der Erweiterung soll nicht nur das Angebot vergrößert werden. "Wir wollen damit auch mehr Menschen ansprechen und den Service für sie verbessern", erklärt die Kulturbeauftragte. So soll es nun nach einmaliger Anmeldung und Vorlage des Coburg-Passes möglich sein, die Gutscheine auch per Post zu erhalten. "Nicht jeder kann die Karten an den Ausgabeorten in der Stadt holen", gibt Brigitte Keyser vom Landkreis Coburg zu bedenken.
Für Interessierte, die nicht zur Essensausgabe der Tafel kommen, wurde mit der Erweiterung nämlich auch ein zweiter Ausgabeort eingeführt: das Stadtbüro der Diakonie Coburg "Dialog". "Die Idee der Kulturtafel passt sehr gut zu unserem Leitbild, denn bei uns geht es auch um Seele und Gesellschaft. Daher haben wir uns sehr gefreut, als der Landkreis auf uns zugekommen ist, um einen neuen Kooperationspartner zu finden", sagt Stefan Kornherr von der Diakonie Coburg. Hans Haas und Regina Brettel werden dort als ehrenamtliche Mitarbeiter nun auch Montag Vormittag informieren und Gutscheine ausgeben.


Sponsoren und Partner gesucht

Trotz oder gerade wegen der Neuerungen ist die Kulturtafel ständig auf der Suche nach neuen Kultur-Partnern und privaten Sponsoren. Besonders Karten für das Kino, das Theater und Sportveranstaltungen seien sehr gefragt. "Gerade Familien können das Angebot oftmals nicht gemeinsam nutzen, da unser Kontingent nicht reicht", bedauert Brigitte Schult-Debusmann, die als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Tafel tätig ist.
"Können zum Beispiel Karten eines Theater-Abonnements nicht wahrgenommen werden, wäre es eine sinnvolle Alternative, diese an die Kulturtafel zu geben", schlägt Brigitte Keyser vor. "Man kann auch einfach zwei Freikarten für das Kino spenden, wenn man etwas Gutes tun will", ergänzt Angelika Kirchner-Carl, ebenfalls ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Tafel. Dennoch stimmen alle zu, als Brigitte Keyser nochmals betont: " Ein großes Dankeschön gebührt auf jeden Fall allen, die schon mitmachen!"