Die gute Nachricht erreichte Dieter Wolf am Pfingstwochenende. Es war die Mitteilung aus Kiew, dass acht Buben und zwölf Mädchen aus der Katastrophenregion von Tschernobyl und ihre drei Betreuerinnen ihre Visa für den Erholungsaufenthalt im Coburger Land erhalten haben.

"Das ist ein Beweis dafür, dass wir beim Aussuchen dieser Kinder im August vergangenen Jahres die richtige Wahl getroffen haben, denn vor der Visa-Vergabe ergeht seitens der Deutschen Botschaft in Kiew eine strenge Überprüfung der eingeladenen Personen", sagte Wolf, der Vorsitzender des Vereins Tschernobyl-Kinderhilfe Neustadt ist. Er weiß aus Kontakt mit anderen Organisation, dass viele an dieser Hürde scheitern, manche Helfer sogar deswegen schon aufgegeben haben. Er weiß aber auch, dass Weißrussland in dieser Frage noch mehr Schwierigkeiten bereitet als die Ukraine.

Lob von der Deutschen Botschaft

Dieter Wolf freut sich über Anerkennung aus berufenem Munde für seine und seiner Mitstreiter Arbeit: "Vom Attaché der Deutschen Botschaft in Kiew haben wir gerne das große Lob gehört, dass der Botschaft kein anderer Verein in Deutschland bekannt ist, der so ehrlich und gut sowie effektiv arbeitet wie der Verein in Neustadt bei Coburg", sagt er nicht ohne Stolz.

Mitarbeiter der Deutschen Botschaft haben die Neustadter Tschernobyl Kinderhilfe überprüft. Sie haben sich in Neustadt umgesehen und im Pfadfinderhaus in Fornbach, wo die Kinder während des fünf Wochen langen Erholungsaufenthaltes wohnen werden. "Jetzt geht die Arbeit erst richtig los", sagt Wolf. Er und seine Mitstreiter sind nach der guten Nachricht aus der Ukraine voll motiviert. Auch wenn alle längst Routine haben, ist es jedes Jahr aufs Neue eine große Herausforderung, für Verpflegung auf die Dauer der fünf Wochen zu sorgen. Die Kinder müssen eingekleidet werden. Viele haben nur das dabei, was sie am Leib tragen. "Das größte Problem ist aber stets die Finanzierung dieses in der Region wohl einmaligen humanitären Projekts", weiß Wolf. Das vor allem heuer, weil die Dauer des Besuchs erstmals eine Woche länger ist als in den Jahren zuvor. Noch kämpft Wolf, um die nötigen Geldmittel zusammenzutragen.

Rückreise schon in Planung

Gestern ging er daran, die 96 Versicherungen abzuschließen, die für den Besuch der Kinder erforderlich sind, wie er sagt. "Außerdem werde ich mich sofort wieder um die Rückreise der Gruppe kümmern. Die soll mit einem Sonderbus erfolgen, damit auch Hilfsgüter mit auf die Fahrt geschickt werden können", erklärt er.

Doch im Vordergrund steht jetzt die Vorbereitung für den Aufenthalt der Kinder in Fornbach und für viele Events, die den Aufenthalt für die Kinder unvergesslich machen werden. Denn in jedem Jahr sind es viele Vereine und Einrichtungen, die Wolf und seine Helfer unterstützen. Dabei geht es nicht um großen Aufwand. Es sind beispielsweise Sänger, die nach Fornbach kommen, und kindgerecht mit den kleinen Gästen Lieder einstudieren oder der Country-Club Mountainlions, der die jungen Ukrainer auf sein Gelände in Neustadt einlädt, die für Abwechslung sorgen.

Treffen mit der Ministerin

Im vergangenen Jahr trafen die Kinder sich sogar mit Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml, die Wolf große Anerkennung für die Arbeit des Vereins zollte.

Unterstützung Wer den Verein Tschernobyl-Kinderhilfe Neustadt finanziell unterstützen möchte, kann das mit einer Spende über folgende Bankverbindung tun: Konto der Tschernobyl-Kinderhilfe Neustadt: Sparkasse Coburg - Lichtenfels IBAN: DE68 7835 0000 0000 3735 55 BIC: BYLADEM1COB.