Tatort Ansbach, Sonntagabend: Als draußen vor dem Konzertgelände die Bombe hoch ging, stand drinnen Gregor Meyle auf der Bühne. Der Liedermacher ("Keine ist wie Du") brach das Konzert ab und schrieb später auf seiner Facebook-Seite: "Wir möchten uns für das besonnene und professionelle Verhalten des Veranstalters, der Polizei, des Security-Teams und ganz besonders des Security-Mitarbeiters bedanken, der dem Attentäter den Zutritt zum Gelände verweigerte." Außerdem appellierte Gregor Meyle: "Lasst Euch niemals davon abhalten, Euer Leben selbstbestimmt zu leben." Soll heißen: Lasst Euch nicht einschüchtern, feiert trotzdem, besucht auch weiterhin Konzerte!


Meyle am Freitag in Tambach

Am Freitag, 29. Juli, tritt Gregor Meyle beim HUK-Coburg-Open-Air-Sommer auf. "Wir waren schon in Kontakt mit dem Management von Gregor Meyle", erklärt Wolfgang Friedrich, der die Konzertreihe in Tambach veranstaltet, dem Tageblatt auf Anfrage. Und man sei sich sofort einig gewesen: "Wir ziehen das durch." Eine völlige Sicherheit könne es sowieso nirgendwo geben.

Nichtsdestotrotz kündigt Wolfgang Friedrich an, dass die Einlasskontrollen ab sofort noch ein bisschen intensiviert würden. Andererseits gibt er zu bedenken: "Wenn wir länger und genauer kontrollieren und abtasten, wird natürlich auch die Warteschlange länger - und was ist, wenn jemand, der in der Schlange steht, eine Bombe zündet?" Über diese Frage will Friedrich aber gar nicht länger nachdenken. "Nein, auf dieses Spiel lasse ich mich nicht ein!" Und ähnlich wie Meyle appelliert er: "Hoffentlich lässt sich von den jüngsten Ereignissen niemand einschüchtern. Denn das wäre fatal."

Das sieht Gaby Heyder vom Veranstaltungsservice Bamberg, der innerhalb des HUK-Coburg-Open-Air-Sommers die Konzerte auf dem Coburger Schlossplatz organisiert, ganz genauso. Auch wenn hier deutlich mehr Zuschauer kommen als nach Tambach (alleine bei Cro werden am 14. August 15 000 Zuschauer erwartet), will und wird sie sich die Vorfreude nicht nehmen lassen.


Detaillierte Security-Planung

Gaby Heyder hält auch nichts von einer Verschärfung der Einlasskontrollen: "Weil wir sowieso schon seit Jahren scharf kontrollieren." Zusammen mit der Stadt werde regelmäßig eine "Security-Planung" erstellt. "Da geht's um alles: von der Anzahl der Fluchtwege bis zu der Frage, wer einen bestimmten Security-Mann vertritt, wenn der mal auf die Toilette muss."

Grundsätzlich appelliert Gaby Heyder so wenig wie möglich aufs Konzertgelände mitzunehmen. "Dann gehen auch die Kontrollen schneller." Und dass außer Regenschirmen auch keine Flaschen mitgenommen werden dürfen, sei keine böse Absicht oder gar der Geldmacherei geschuldet ("Diesen Vorwurf hören wir oft"), sondern alleine der Sicherheit: "Flaschen können als Wurfgeschosse benutzt werden, Flaschen können auch Stolperfallen sein."