Nachdem Hans Michelbach am Dienstag mitgeteilt hatte, dass er künftig in Berlin im Finanzausschuss, im Haushaltsausschuss sowie im Ausschuss für Wirtschaft und Energie - und damit "in allen Königsausschüssen" - sitze - hat am Mittwoch der Juso-Vorsitzende Dominik Sauerteig eine eigene Pressemitteilung dazu verfasst.

Darin heißt es unter anderem: "Auch wenn wir als Jusos viele Politikansätze und politische Konzepte der CSU und insbesondere von Hans Michelbach ausdrücklich als rückschrittlich, ja sogar von sozialer Kälte geprägt, ansehen, sind wir positiv gestimmt, dass Hans Michelbach im Rahmen seiner Entsendung in den Finanzausschuss, den Haushaltsausschuss sowie den Ausschuss für Wirtschaft und Energie nicht ausschließlich Klientelpolitik für die Wirtschaft betreiben, sondern vielmehr auch die Gesamtinteressen der Bürger unserer Heimatregion Coburg/Kronach hervorragend vertreten wird."

Nachdem Hans Michelbach darüber hinaus auch noch der Fraktionsführung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion angehört und als Vertreter des Deutschen Bundestages in der "Interparlamentarischen Konferenz der Wirtschafts- und Finanzführung der Europäischen Union" sitzt, stellt sich für die Jusos jedoch auch die Frage, wie ernst Hans Michelbach es mit seinem erstmalig angestrebten kommunalpolitischen Engagement in der Stadt Coburg meint.

Hans Michelbach kandidiert bei den Kommunalwahlen am 16. März erstmalig für einen Sitz im Coburger Stadtrat.

Dazu Dominik Sauerteig: "Vor dem Hintergrund der absehbaren gewaltigen zeitlichen Beanspruchung durch seine Bundestagsabgeordnetentätigkeit und der damit verbundenen Abwesenheit aus Coburg, gerade auch unter Berücksichtigung der Wichtigkeit der Königausschüsse, ist aus unserer Sicht kritisch zu hinterfragen, ob Hans Michelbach nicht nur als Stimmenfänger der Coburger CSU dienen soll, um anschließend nach wenigen Monaten der Ausübung seines Stadtratsmandates, aufgrund der immensen zeitlichen Belastungen, einem Nachrücker Platz zu machen."

Und Sauerteig wird sogar noch deutlicher: "Sollte ein solches taktisches Vorgehen wider Erwarten ausschlaggebend für die Nominierung der Person Hans Michelbach auf der Liste der Coburger CSU gewesen sein, so wird dies seitens der Jusos im Stadtverband Coburg auf das Schärfste verurteilt werden. Unsere Heimatstadt Coburg und die weitere positive Entwicklung dieser als Triebfeder unserer Region ist zu wichtig, um Spielball fragwürdiger taktischer Spielchen der Coburger CSU zu sein."