Das Entgegenfiebern auf die neue Saison 2012/2013 war am gestrigen Abend schon vor der Partie zu spüren, nachdem die handballhungrige Fangemeinde des HSC 2000 Coburg mehr als zweieinhalb Monate auf ihre "Lieblinge" verzichten musste. Da mussten die Fan-Klatschen entstaubt werden. Denn für den ersten Auftritt nach der Sommerpause hatte man sich einen ganz Großen eingeladen - Frisch Auf Göppingen, EHF-Pokalsieger 2011 und 2012. Eigentlich sollte schon in der Winterpause gespielt werden, doch "wir haben da keinen Termin gefunden", so HSC-Coach Hrvoje Horvat. Aber der Coburger Trainer hat nicht locker gelassen und weiter Kontakt gehalten mit seinem Göppinger Gegenüber Velimir Petkovic.
Bei Horvat wurden da zudem Erinnerungen wach: "1961 haben wir, ich war damals gerade einmal 15 Jahre alt, im Europapokalfinale in Paris gegen Göppingen gespielt. Leider haben wir mit 13:11 verloren."
Ein weiterer Mann frischte ebenfalls Erinnerungen an und in Coburg auf - Felix Lobedank. In der Vestestadt handballerisch aufgewachsen kam er deswegen schon vor dem Spiel deutlich später als seine Kollegen in die Kabine, zu viele altbekannte Hände waren zu schütteln.
Verletzungsbedingt mussten die Coburger aber gleich auf drei Spieler verzichten. Mike Weißbrodt hatte sich eine Zerrung zugezogen, bei Hajck Karapetjan war eine alte Verletzung wieder aufgebrochen und Spielführer Ronny Göhl hatte sich vor zwei Tagen den kleinen Finger der rechten Hand gebrochen. Dafür wurden die drei Neuen, Tomas Riha, Maximilian Drude und Sebastian Roth in der abgedunkelten Halle ganz besonders herzlich empfangen. "Menschlich passen sie top zu uns", ist sich HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel sicher. Die Spieler des HSC hielten zunächst mit, führten nach sieben Minuten mit 4:3. Wie ein Rohrspatz schimpfte Frisch-Auf-Coach Petkovic als sein Linksaußen Tim Kneule völlig frei den Ball über das Gehäuse in die Maschen des Fangnetzes zimmerte. Nur wenig später gab es für Dragos Oprea einen "Einlauf" seines Trainers wie im HSC-Fanblock festgestellt wurde. Das lag daran, dass die Göppinger Abwehr Kelm nicht unter Kontrolle brachte. Bei Coburg gab es im Angriff bis zur 15. Minute einen Alleinunterhalter was die Tore anbelangte - alle sechs Treffer gingen auf das Konto von Johan Andersson bis Kelm zum 7:8 (16.) traf.
Nach knapp 19 Minuten kam dann der erste Kurzauftritt von Felix Lobedank. Toll in Fahrt mit zwölf Treffern bis zum Pausenpfiff blieb aber HSC-Linkshänder Andersson.
Beim 16:22 traf Felix Lobedank für die Göppinger, die in der Abwehr nach der Pause besser standen und bei denen Oprea Anderson im rechten Rückraum aus dem Spiel und dem Coburger Angriff damit die Durchschlagskraft nahmen.
Der Ex-Coburger lieferte sich dann mit HSC-Linksaußen Kenny Schramm bei einem Konter der Coburger ein Laufduell, das sein Ende in einem Siebenmeter fand. Aber bei den HSClern ging die Konzentration nach unten, was Göppingen zum standesgemäßen Sieg nutzte.
HSC - FA Göppingen 25:42 (15:19)
HSC 2000 Coburg: Havard Martinsen, Raimonds Steins - Lukas Lutz (1), Kenny Schramm (1), Dejan Dobardzijev, Johan Andersson (12/8), Nicola Franke, Dominic Kelm (2), Sebastian Kirchner, Tomas Riha (1), Andreas Wolf (2), Maximilian Drude (1), Sebastian Roth (1), Mirza Cehajic (4). - Frisch Auf Göppingen: Bastian Rutschmann, Tomas Mrvka - Pavel Horak (3), Daniel Fontaine (6), Michael Haaß (2), Tim Kneule (3), Zarko Markovic (6/1), Felix Lobedank (3), Dragos Oprea (5), Maximilian Schubert (8), Mitar Markez (6), Bojan Beljanski. - SR: Thomas Schulte (Bischberg) / Gunnar Beyer (Bad Blankenburg. - Zuschauer: 1200.