"Die Drei Damen", das Trio der Münchner Jazzsängerin Lisa Wahlandt, entführte das begeisterte Publikum am Freitag in feinen, lässig wehenden Musiklinien und -geweben, entspannend und anregend zugleich.
Lisa Wahlands Stimme in anstrengungsloser Führung verbindet sich frei lautmalerisch mit den Jazzmustern der Pianistin Andrea Hermenau und Christiane Öttls grundlegendem Bass. Ihre selbst komponierten Songs bringen bayerische Redensweisen spielerisch zu ganz neuem Ausdruck: "Imognetmognet" - was glauben Sie, in welche Leichtigkeit des Lebens sich da die morgendliche Alltagsverweigerung wandelt. Zumal die drei Damen Witz und Selbstironie versprühen. Oder: Mogsdumi mogsdumi - sehr apart, diese bayerische Jazzvariante.
Vor allem die parodistisch begabte Bassistin Christiane Öttl reizt mit Blicken, hintergründig charmantem Lächeln und erstaunlicher Lippenkunst - phänomenal, dass Trompetensolo, das sie in den Raum schmettert. Schweifende Piano-Solos und sanfte stimmliche Erkundungen führen immer wieder in gedankenverlorene Traumsituationen. Verblüffend, hinreißend, tief berührend sind zudem die sensibel-eigenwilligen Interpretationen bekannter Songs durch Lisa Wahland. Wie sie den Beatles-Klassiker "Norwegian Wood" durchstreift oder diese die Seele streichelnde Version von Cyndi Laupers Hit "Time After Time" - da erfassten Schauder des Entzückens die Zuhörer.