Ein "sehr ehrgeiziges Ziel", sagte Bürgermeister Werner Thomas (SPD) am Mittwochabend im Rathaus, hat sich die Gemeinde mit ihrem Haushalt gegeben: Das Jahr 2015 soll nämlich ohne eine Neuverschuldung über die Runden gebracht werden. Deshalb musste der Gemeinderat noch einmal an der Investitionsliste feilen - es fehlten schließlich knapp 170 000 Euro zur angestrebten "schwarzen Null".



Getroffen hat es mit einer Verschiebung auf das nächste Jahr zwei Projekte, die heuer ohnehin mit größter Wahrscheinlichkeit nicht mehr in die Bilanz eingeflossen wären: die Anschaffung des neuen Einsatzfahrzeuges für die Kaltenbrunner Feuerwehr und den Ausbau der Straße zwischen Lohof und Merkendorf. "Wir tun der Feuerwehr nichts Böses", betonte der Bürgermeister bei der Verschiebung der 100 000 Euro für das neue HLF (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) der Kaltenbrunner Wehr.


Da Gemeinde-Geschäftsleiter Dieter Scherbel alleine schon ein halbes Jahr Lieferzeit für das neue Feuerwehrauto ansetzte, muss die Gemeinde kaum mehr damit rechnen, dass Rechnung dafür noch heuer bezahlt werden muss. Ergo: Die 100 000 Euro konnten, ohne Auswirkung auf die Feuerwehr, ins kommende Jahr verlegt werden.

Gesprächsbedarf in Welsberg

Ähnlich ist der Fall auch beim Ansatz für den Straßenneubau im Gemeindegebiet: Weil die Verbindung Lohof-Merkendorf erst nach Fertigstellung der Gleußener Ortsdurchfahrt (die der Gemeinde alleine schon 310 000 Euro kostet) in Angriff genommen werden kann, müssen die dafür angesetzten 80 000 Euro wohl auch nicht mehr heuer bezahlt werden. Damit waren 180000 Euro zusammen und der Haushalt ausgeglichen.


Gesprächsbedarf sah Günther Rose (CSU) noch bei den 20 000 Euro, die unter dem Ansatz der Wasserversorgung für das Welsberger Neubaugebiet stehen. Dies sei jetzt seit sechs Jahren der Fall - da könne die Gemeinde den Posten auch herausnehmen, wenn sie da oben sowieso nicht tätig sein wolle. Dieter Scherbel verwies darauf, dass man den Ansatz aus Sicherheitsgründen im Programm habe: Beim nächsten größeren Wasserrohrbruch im Neubaugebiet wäre die Gemeinde damit in der Lage, eine umfangreichere Sanierung in Angriff zu nehmen.
"Wir warten auf den Tag X, aber der ist eben noch nicht gekommen", erklärte der Geschäftsleiter. Weil aber die Gemeinde mittlerweile finanziell ganz gut dasteht, brauche es nach Angaben von Scherbel aber wirklich keinen eigenen Ansatz für die Leitungsreparatur mehr: "Wir könnten die Arbeiten bei Bedarf auch aus dem laufenden Haushalt decken." Deshalb wird der Punkt demnächst bei der offiziellen Verabschiedung des Haushaltes nicht mehr auftauchen.

Wann kommt das schnelle DSL?

Insgesamt gesehen, zeigte sich Bürgermeister Werner Thomas zufrieden mit der finanziellen Situation der Gemeinde. Man komme ohne neue Schulden auf "sehr beachtliche" drei Millionen Euro, die 2015 im Gemeindegebiet investiert werden. Wichtigste Einnahmequelle seien dabei die Einkommensteuerbeteiligung und Schlüsselzuweisungen des Freistaates Bayern. Dass die Gewerbesteuer im Itzgrund nur ein "niedriges Niveau" habe, begründete Thomas mit der strategischen Ausrichtung: "Wir sind eine Familien- und Wohnsitzgemeinde."


Einer der größten Ausgabeposten im Haushalt ist der Gemeindeanteil von rund 190 000 Euro am für heuer vorgesehenen DSL-Breitbandausbau - ein Thema, das nach Angaben des Bürgermeisters die Menschen brennend interessiert. "Ich werde oft gefragt, wann es endlich losgeht", berichtete Werner Thomas.