Wo sonst auf den Gängen der Grundschule Coburg-Neuses während des Unterrichts Stille herrscht, drang am Dienstagvormittag Musik aus den Klassenzimmern. Für die 70 Kinder war es ein besonderer Schultag, weil sie die Instrumente ausprobieren durften, die sie in den nächsten Schuljahren lernen können.

Unter dem Motto "Jedes Kind ist musikalisch - für jedes Kind ein Instrument" startet im kommenden Schuljahr das Projekt "Musikalische Grundschule", das vom Elternbeirat der Schule, dem Kultur- und Schulservice der Stadt Coburg und dem Förderverein der Grundschule Coburg-Neuses finanziert wird. Ziel ist, dass jeder Grundschüler ein Musikinstrument lernt, das ihm Freude bereitet.


Mehr als nur Blockflöte

Bisher gab es nur Blockflötenunterricht für die erste und zweite Jahrgangsstufe. "Die Eltern hatten den Wunsch, dass es an unserer Schule mehr musikalische Angebote für ihre Kinder gibt", erklärt Jasmin Müller-Alefeld. Die Schulleiterin sagt: "Jedes Kind hat ein Recht auf eine musikalische Grundbildung."

Durch den Musikunterricht lernten die Schüler nicht nur, ihr Instrument zu beherrschen und durch das Singen ihre Stimme zu entwickeln. "Es gibt so viele positive Nebeneffekte wie die Verbesserung der Feinmotorik, der Konzentration, des Rhythmusgefühls und des Gehörs", sagt Jasmin Müller-Alefeld. Wenn die Kinder zusammen musizieren, werde außerdem ihre soziale Kompetenz gefördert, weil sie lernten, sich aufeinander einzustellen.
Gemäß dem Motto "Wenn, dann richtig" wird der Musikunterricht für alle Kinder in den kommenden Lehrplan fest integriert. Während alle Schüler im Chor singen werden, dürfen sie bei den Instrumenten zwischen Flöte, Geige, Gitarre, Trompete, Keyboard und Schlagzeug (Percussion) wählen. Damit jedes Kind das Instrument findet, das am besten zu ihm passt, fand am Dienstag ein "Instrumentenkarussell" statt, während dem die Schüler von musischen Fachkräften jeweils für 15 Minuten die sechs verschiedenen Instrumente erklärt bekamen und ausprobieren durften. Thomas Kiederle stellte den Grundschülern das Keyboard vor und zeigte ihnen, dass es gar nicht so leicht ist, mit beiden Händen gleichzeitig verschiedene Dinge zu tun.


Flöten jeglicher Tonlage

Hedwig-Martha Emmerich vom Orchester des Landestheaters Coburg kam mit Trompeten an die Schule. Die Lehrerin Melitta Frantzke von der Musikschule gab eine kurze Einführung in die klassische Sopranblockflöte, hatte aber auch die größeren Vertreter Alt-, Tenor- und Bassflöte dabei. Auch die Gitarre, die von Regina Kunst vorgestellt wurde, war bei den Kindern sehr beliebt.

Wer es ausgefallen mag, der war bei Laura Hahn und den Geigen richtig. Für den Schlagzeugunterricht ging es nach nebenan in die Schlagzeugschule von Vladimir Sigarev, der mit den Kindern auf sogenannten Cajonen "We will rock you" spielte. Die jeweiligen Experten haben sich bereit erklärt, in Zukunft jeden Mittwochmorgen mit den Schülergruppen zu proben. Parallel findet für alle der Chorunterricht statt, der von Musiklehrer Stefan Schunk geleitet wird.


Drei Favoriten konnten erst mal gewählt werden

Nachdem die Kinder alle Instrumente ausprobiert hatten, konnten sie auf einem Zettel ihre drei Favoriten ankreuzen. Zu Hause wird ihre Entscheidung noch mit den Eltern besprochen. Falls einem Kind mehrere Instrumente gleich gut gefallen, kann es sich in jedem Schuljahr neu entscheiden.

Die kleine Marie ist musikalisch sehr talentiert und spielt schon mehrere Instrumente. "Ich werde mich für die Geige entscheiden, weil sie besonders ist und einen schönen Klang hat", sagte sie. Auch Hewad gefällt die Geige. "Ich habe viele Lieblingslieder, die ich gerne darauf spielen würde", sagte er. Johanna mag am liebsten das Keyboard: "Mir macht es Spaß, mit den Tasten zu spielen."


Unterstützung

Wer das Projekt "Musikalische Grundschule" unterstützen will, damit für jedes der 70 Kinder ein Instrument angeschafft werden kann, kann auf das Konto DE 82 7835 0000 0040 1738 58 des Fördervereins unter dem Stichwort "Musik" spenden.