"Meine Mutter würde gerne noch mal auf den Staffelberg, leider kann sie nur 100 Meter gehen." Diesen Eintrag fanden die Wunscherfüller vom Stadtjugendring Coburg und vom Hospizverein Coburg auf ihrer neu geschaffenen Homepage www.wunschwisser.de. Dahinter verbarg sich der sehnlichste Wunsch der 83-jährigen Helene Joost: Noch einmal Zeit auf dem Gipfel des Staffelbergs zu verbringen. Tochter Heike Joost meldete diesen Traum ihrer Mutter über die Homepage. Sie gab den Hinweis, dass ihre Mutter nicht durch Hochtragen zu transportieren sei, da sie starke Schmerzen habe und nur etwa 100 Meter am Stück laufen könne. Somit schied eine Wanderung über den teilweise sehr steilen und anstrengenden Aufstieg natürlich aus.

Um der Dame dennoch ihren Herzenswunsch zu erfüllen, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit dem Mannschaftstransportwagen des Technischen Hilfswerks wurde die 83-Jährige in ihrer Coburger Wohnung abgeholt. Dann ging die Fahrt Richtung Staffelberg, wo das Hochplateau des Gipfels mit Hilfe einer Ausnahmegenehmigung schließlich gegen 15 Uhr erreicht wurde.


Alles war vorbereitet

In der Nähe der auf dem Plateau gelegenen Staffelberg-Klause wartete bereits eine vorbereitete Kaffeetafel. Gemeinsam mit den Wunscherfüllern des THW Iris Kolibius, Karin Kolibius, Elke Mierzwa, Nadine Reich und Daniel Schell, dem stellvertretenden Geschäftsführer des Stadtjugendrings Oliver Völker und der Praktikantin Saskia Neugebauer sowie Tim Pechauf von RadioEins konnten Helene und Heike Joost bei bestem Wetter und Sonnenschein Kaffee, Kuchen und Brotzeit genießen. "Jedes Mal, wenn wir auf der Autobahn von Staffelstein Richtung Coburg unterwegs waren, hat Mama den Wunsch geäußert, dass sie gerne noch einmal auf den Staffelberg kommen würde", erzählte Heike Joost. Die 83-jährige Mama wurde erst ein paar Tage vor dem Ausflug darüber informiert, es lief ja zuvor alles heimlich ab. "Früher sind wir oft auf den Staffelberg gewandert mit den Kindern, und es war immer sehr schön", beschrieb Helene Joost ihre Erinnerungen.

Gegen 17 Uhr wurde die Kaffeetafel aufgelöst und die Familie Joost anschließend mit Hilfe der ehrenamtlichen Helfer des Technischen Hilfswerks wieder wohlbehalten nach Hause gebracht.