Zur (Vor-)Weihnachtszeit gehört für sehr viele Familien in der Region der Besuch des Landestheaters. Das sogenannte Weihnachtsmärchen ist jedes Jahr eine der beliebtesten Inszenierungen. Heuer begibt sich das Schauspielensemble in der Regie von Mascha Pitz in eisige Gefilde, ganz hoch in den polaren Norden, aber auch in die zu Eis erstarrten Seelen: Am Samstag hat Hans Christian Andersens faszinierendes Märchen "Die Schneekönigin" Premiere auf der Großen Bühne.
Das vielfach verfilmte und weiter verarbeitete Kunstmärchen des dänischen Dichters (1805 - 1875) ist eine seiner ausgefeiltesten Dichtungen, durchaus kompliziert und vielschichtig. Eben deshalb taucht die Schneekönigin in ihrer wunderschönen Bösartigkeit auch in den neueren Fantasyfilmen immer wieder auf. Andersen hat auch in dieser Geschichte das Glück der einfachen, guten Leute im Kontrast zur seelenraubenden Verführung durch Reichtum und Macht thematisiert.
Es ist der Splitter eines vom Teufel stammenden, zerbrochenen Zauberspiegels, der aus dem liebsten Spielkameraden Kay einen kalten, bösen Menschen macht. Er kann das Schöne und Gute nicht mehr erkennen. Doch als er von einer prachtvollen Kutsche fast überfahren wird, ist er fasziniert. Der eiskalte Kuss der Schneekönigin lässt ihn willig mit ihr ziehen. Kays treue Freundin Gerda macht sich auf, ihn zu finden und zu retten. Gerda überwindet auf ihrer Fahrt in den Norden zum Eispalast der Schneekönigin zahlreiche Gefahren, begegnet aber auch Menschen, die ihr helfen wollen, denn ihre Geschichte rührt die meisten.


Geheimnisvoll

Auf ihrer beschwerlichen Reise begegnet sie geheimnisvollen Gestalten und findet sich in einem wundervollen Blumengarten, einem prunkvollen Schloss und einem düsteren Herbstwald wieder. Das Schloss der Schneekönigin ist eine Ansammlung hunderter leerer Säle. Hier schleppt Kay, fast weiß gefroren vor Kälte, Eisplatten und versucht vergeblich, das Wort "Ewigkeit" zu legen.
Wie Gerda es schafft, Zaubereien, Verlockungen und hinterhältigen Fallen zu entrinnen, um Kay vom Splitter in seinem Herzen zu befreien, ist ab Samstag in zahlreichen Aufführungen bis in den Januar hinein zu erleben im Landestheater. C.H.

Landestheater Coburg Die Schneekönigin. Schauspiel nach dem Märchen von Hans Christian Andersen. Inszenierung Mascha Pitz, Bühnenbild und Kostüme Gabriele Wasmuth, Dramaturgie Carola von Gradulewski.

Darsteller Kerstin Hänel (Schneekönigin/Frau mit den Blumen/Finnin), Maja Lehrer (Gerda), Ingo Paulick (Kay/Prinz, Michael Raphael Klein (Cheftroll/Animateur/ Räuberonkel), Leila Müller (Prinzessin/Räubermädchen/ Schmetterling), Frederik Leberle (Krähe/Räuber/Vizetroll).

Premiere: 12. November, 14 Uhr im Großen Haus