Über diese Änderung der Fürsorge informierte Hauptamtsleiter Ulrich Wolf den Verwaltungs-, Finanz- und Wirtschaftssenat in dessen jüngster Sitzung. Ab dem nächsten Schuljahr stehen demnach in den Neustadter Grundschulen "An der Heubischer Straße", Wildenheid und Haarbrücken jeweils zwei Gruppen und für das private sonderpädagogische Förderzentrum "Glockenbergschule" eine Gruppe für die offene Ganztagesschule zur Verfügung. Zunächst rechnete sich die Stadtverwaltung wenig Chancen aus, hier seitens der Staatsregierung berücksichtigt zu werden, da im gesamten Freistaat Bayern lediglich 1000 Gruppen ausgeschrieben waren. Umso erfreulicher sei daher der Umstand, dass an allen drei Grundschulen diese Form der Betreuung genehmigt wurde, freuten sich die Stadträte.

Die bisherige Nachmittagsbetreuung, deren Kosten von Eltern und Stadt getragen werden mussten, entfällt zugunsten der offenen Ganztagesschule, deren Kostenträger nun der Freistaat ist. Nach Worten von Ulrich Wolf müssen die Eltern bis auf die Kosten für das Mittagessen keinen Beitrag leisten. Für die Stadt hat die Genehmigung der offenen Ganztagesschule den smarten Vorteil, dass Kosten eingespart werden können. Zwar steigt die städtische Unterstützung jeder Gruppe von 3500 Euro auf 5500 Euro jährlich. Im Gegenzug fällt der Personalkostenzuschuss von zuletzt 18.200 Euro komplett weg.


Plätze sind so gut wie vergeben

Ulrich Wolf unterstrich, dass die Betreuung der Kinder weiterhin durch Fachkräfte der "Ejott" (evangelische Jugend im Dekanat Coburg) erfolgt. Heike Stegner-Kleinknecht (SPD) wollte wissen, ob bezüglich der Kapazität "noch Luft nach oben" sei, da sie davon ausgeht, dass nicht alle Eltern zum Zeitpunkt der Herausgabe der Anmeldbogen wussten, ob sie das Angebot in Anspruch nehmen wollen oder müssen. Ulrich Wolf machte deutlich, dass alle Plätze so gut wie vergeben seien. Derzeit lägen für die Grundschulen 121 Anmeldungen vor. "Wir reden über wenige Kinder, die noch aufgenommen werden können."

Frank Altrichter (CSU) findet es schade, dass die sogenannten Kurzgruppen, also die Betreuung bis 14 Uhr, wegfallen und die Schüler bis 16 Uhr vor Ort sein müssen. "Es besteht dann oft die Kollision mit Freizeitaktivitäten", befürchtete Altrichter. Der Hauptamtsleiter erklärte die Streichung der Kurzgruppen mit der Schülerbeförderung. Bei der offenen Ganztagesschule müsse die Stadt für die Schülerbeförderung sorgen. Eine Fahrplanänderung des OVG sei bis zum Schuljahresbeginn nicht durchführbar, erklärte Wolf. Schüler könnten sich aber grundsätzlich befreien lassen. Für die Schule "An der Heubischer Straße" sei geplant, die Betreuung um 15.30 Uhr zu beenden. "Die Genehmigung der Regierung von Oberfranken steht allerdings noch aus", ließ Wolf wissen.


Bedenken

Weiter beschäftigte sich der Senat mit der Auftragsvergabe zur Beschaffung eines Mehrzweckfahrzeuges für die Feuerwehr Neustadt. Was auf den ersten Blick wie eine einfache Aufgabe aussah, bereitete dem einen oder anderen Senatsmitglied doch Kopfschmerzen. Normalerweise werden verschiedene Anbieter aufgefordert, ein Angebot abzugeben, dem wirtschaftlich günstigsten, wird dann der Zuschlag erteilt. Was ist aber, wenn von fünf Anbietern nur einer eine Offerte unterbreitet? Mit dieser Problematik sah sich der Senat konfrontiert. Rein rechtlich wäre die Aufhebung der begrenzten Ausschreibung zwar möglich gewesen, aber ob dies zielführend sei, bezweifelte vor allem Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD). Wolfram Salzer (SPD) fragte, ob durch eine Verzögerung bei der Anschaffung eine Gefährdung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr bestünde. Dies konnte Manfred Maaser vom Ordnungsamt nicht eindeutig beantworten. "Ich weiß nicht, ob das jetzige Fahrzeug noch fünf Monate oder fünf Jahre hält", sagte er. Maaser führte vor Augen, dass man sowieso mit einer Lieferzeit von acht bis zehn Monaten rechnen müsse.

Nach kurzer Diskussion kam der Senat bei der Gegenstimme von Wolfram Salzer zu dem Beschluss, das Angebot der Forchheimer Firma Compoint anzunehmen und das Mehrzweckfahrzeug zu einem Preis von 74.220 Euro zu kaufen. "Seitens der Regierung von Oberfranken liegt bereits ein Zuwendungsbescheid in Höhe von 16.300 Euro vor, informierte Manfred Maaser.