Ein Sessel für das liebste Plüschtier, ein Floß zum Spielen oder ein Geschenk für die Eltern - am Samstagnachmittag wurden sechs Kinder im Museum der Deutschen Spielzeugindustrie in der Flechtwerkstatt kreativ. Zusammen mit der gelernten Flechtwerkgestalterin Gitti Klitzner durften sie verschiedene Werkstücke aus Weidenzweigen flechten.

Eine mögliche Bastelidee, die die Kinder an diesem Samstag ausprobieren, ist ein königlicher Thron. Dazu braucht man zunächst ein Stück von einem Baumstamm. In das Holz hat Klitzner sieben Löcher im Halbkreis gebohrt. In diesen Löchern werden dünne Stäbe mit Holzleim befestigt. "Das sind die Staken, die bilden die Basis für das Weidengeflecht", erklärt sie. Um die Stäbe werden dann die Weidenzweige geflochten.


Ein stabiles Geflecht

"Beim ersten Zweig beginnt man zunächst mit der Spitze", betont sie. Die Zweige müssen beim Flechten fest zugezogen werden, nur so entsteht ein stabiles Geflecht. Ist ein Weidenzweig ganz um die Staken gewoben, wird der nächste Zweig eingeflochten. "Dabei ist es wichtig, dass der neue Zweig genau dort eingefädelt wird, wo der andere aufgehört hat", sagt Gitti Klitzner.

Damit der Thron königlich aussieht, wird er noch mit Holzperlen oder Drahtkugeln verziert. Vom fertigen Thron werden die abstehenden Zweigenden abgeschnitten und die Staken gekürzt. Auf die Enden der Staken kommen dann nochmal Perlen, denn die runden die Spitzen ab.


Wie Eltern zum Vorbild werden

Basteln sei besonders für Kinder wichtig. Es fördere die Feinmotorik, betont Klitzner. Leider komme das in der Schule mittlerweile zu kurz. "Werken hat heute keinen so großen Stellenwert mehr wie früher", bedauert sie. Die Kinder seien aber durchaus interessiert am Handwerk. "Meine Kurse sind gut besucht, und die Kinder sind begeistert, dass sie etwas mit den Händen arbeiten dürfen", sagt Klitzner. Eltern könnten ihre Kinder auch zu Hause motivieren, etwas zu basteln. "Am besten ist es, wenn sie selbst Interesse an einem handwerklichen Hobby zeigen, denn so werden sie zum Vorbild für die Kinder und vermitteln ihnen den Spaß am Basteln", erklärt sie.

Wichtig sei ihr, dass natürliche Materialien verwendet werden. "Ich erkläre den Kindern in meinem Kurs auch, woher die Rohstoffe kommen und wie sie gewonnen werden", sagt sie.

Die zehnjährige Luzie gestaltete am Samstag zum ersten Mal etwas mit Weidenzweigen. "Manchmal bastle ich aber zu Hause etwas aus Papier", sagte sie. Der Kurs habe ihr sehr gefallen. "Es ist mir recht leicht gefallen, das Flechten zu lernen", meinte sie. Sie wisse schon genau, was sie mit dem Thron machen werde. "An die Lehne werde ich meinen Schmuck hängen", erzählt sie.

Auch Melissa, sieben Jahre alt, hat das Flechten neu gelernt. "Zu Hause bastle ich immer nur Flugzeuge und Schiffe aus Papier und mit Stöcken", erzählte sie. Für sie sei das Flechten auch nicht schwer gewesen. Für den Thron habe sie allerdings eine andere Verwendung. "Ich möchte meine Barbies daraufsetzen", kündigte Melissa an.