Die Hochzeit gilt meistens als einer der schönsten Tage im Leben eines Paares. Zugegeben, wahrscheinlich auch als eine der anstrengendsten Tage. Damit jedoch die Schönheit des Tages und das Treueversprechen nicht nur im Gedächtnis erhalten bleiben, sondern auch ein äußeres Zeichen der Zusammengehörigkeit gesetzt wird, pflanzen manche Paare im Coburger Hochzeitswald einen Baum der Liebe. Etliche Paare machten am vergangenen Samstag im Falkenegg an der Schillingstraße von dieser Möglichkeit Gebrauch.


Der nächste in Coburg

So kamen Stefanie und Michael Hollerweger mit ihrem Sohn Dominik extra aus Steinbach nach Coburg gefahren, um eine Winterbuche zu pflanzen. Dieses Steinbach liegt direkt am schönen Attersee in Oberösterreich. Wie Michael Hollerweger mitteilte, wollte er seiner Frau zur Hochzeit am 2. Mai 2015 einen Baum schenken. Bei seiner Internetrecherche habe er allerdings in Österreich keinen Hochzeitswald gefunden. "Der nächste war in Coburg, von uns aus", erzählte er. Und so habe er sich - sehr zur Verwunderung der Mitarbeiter des Coburger Grünflächenamts - als Österreicher in Coburg zur Baumpflanzung angemeldet. Die Winterbuche gefiel dem jungen Paar sehr gut, da ihre Blätter herzförmig gestaltet sind.

Schon wesentlich näher an Coburg wohnen Cindy und Andreas Rühr aus Untersiemau. Sie heirateten am 22. Mai 2015 und suchten sich eine Rotbuche aus. Dieser Baum wird kräftig rote Blätter tragen und aus dem grünen
Laub anderer Bäume klar hervorleuchten.

Einen etwas anderen Weg wollten Nina und Mathias Axmann mit ihrer Eberesche beschreiten. Sie pflanzten einen Lebensbaum für ihr Patenkind Ela. Nina Axmann erzählte: "Man sagt von der Eberesche, dass Feen in ihren Zweigen wohnen und böse Geister vertreiben." Derart viel Glück und Bewahrung auf ihrem Lebensweg wünschen die beiden Paten der kleinen Ela.


Diplom plus Trauschein

Dass ein Studium an der Fachhochschule Coburg nicht nur das ersehnte Diplom bringt, erfuhren die beiden Ex-Studenten Franziska und Sebastian Enzi. Diese lernten sich 2003 an der damaligen FH kennen und lieben. Und da die Verbindung zwischen Sozialpädagogik (Franziska) und Maschinenbau (Sebastian) den Liebesmotor kräftig ankurbelte, entschlossen sich die beiden, einander gleich zweimal zu heiraten. Das erste Mal war vor eineinhalb Jahren im Standesamt Nürnberg, das zweite Mal kirchlich am 26. September 2015 ebenfalls in Nürnberg. "Eine Woche nach der kirchlichen Trauung hat er mir zum Geburtstag einen Bergahorn geschenkt", teilte sie mit. Und dieser wurde dann auch im Coburger Hochzeitswald gepflanzt.

Katrin und Michael Kühnel stammen beide aus Coburg. Geheiratet haben sie bereits am 10. April 2010. Als Hochzeitsbaum suchten sie damals eine Vogelkirsche aus. Inzwischen bereichert Töchterchen Anna das Familienglück. Und zum Geburtstag ihrer Tochter beschlossen sie, ihr eine Kastanie zu schenken, die sie am Samstag im Hochzeitswald pflanzten.


Überregionales Interesse

Doch nicht nur die Paare zeigten sich begeistert vom Coburger Hochzeitswald. Auch die Berufsschule Füssen, Bereich Tourismuswirtschaft, ist sehr interessiert an diesem besonderen Gelände. Von daher werden die Berufsschüler im Rahmen eines Workshops ins Coburger Land kommen und Ende November in der Vestestadt einen kurzen Film über den Hochzeitswald drehen. Zusätzlich möchten sie ein Hochzeitspaar interviewen, das hier einen Hochzeitsbaum gepflanzt hate. Wem diese Idee ebenfalls gefällt, der bekommt Kontaktdaten und weitere Informationen beim Coburger Grünflächenamt.