Die Industrie- und Handelskammer zu Coburg (IHK) hat sich in der Diskussion um eine Schlossplatz-Garage erneut zu Wort gemeldet: In einer Mitteilung begrüßt die IHK ausdrücklich das jüngste Bekenntnis von Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) zur Schlossplatz-Tiefgarage.

Tessmer hatte beim Neujahrsempfang der Stadt Coburg erklärt, die Generalsanierung des Landestheaters biete die "große Chance", den Bau zu realisieren. "Die IHK zu Coburg fordert seit Jahren eine Tiefgarage unter dem Schlossplatz und arbeitet aktiv am Zustandekommen des Projekts mit", erklärte Präsident Friedrich Herdan. IHK-Vollversammlung und IHK-Einzelhandelsausschuss haben mehrfach in Resolutionen die Dringlichkeit dieses Projekts formuliert.

Herdan, der auch im Coburger Stadtrat sitzt (CSU), teilte weiter mit: "Es ist jetzt wichtig, zügig in die Planungen einzusteigen." In Verbindung mit der Sanierung des Landestheaters und der Aufwertung des Steinwegs gebe es "beste Möglichkeiten" Städtebaufördermittel zu akquirieren. Auch stehe noch immer der Betrag von einer Million Euro zur Verfügung, den Michael Stoschek (Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Brose Fahrzeugteile GmbH) für die städtebaulich ansprechende Gestaltung der Ein- und Ausfahrten der Tiefgarage bereitgestellt habe.

Mit der Kommunalwahl vor rund einem Jahr hat sich die Stadtpolitik in bestimmten Punkten neu positioniert. "So günstig wie jetzt standen die Zeichen für den Bau der Schlossplatz-Tiefgarage noch nie, aber das Zeitfenster ist nicht ewig offen. Die IHK wird wie bisher als konstruktiver Partner das Projekt unterstützen", betonte Friedrich Herdan. Die von der IHK zu Coburg in den Jahren 2011 bis 2013 federführend initiierte Suche und Ansprache potenzieller Investoren habe klar gezeigt, dass vielfach Interesse privater Investorengruppen und Parkraumbetreiber bestehe. Aber aufgrund der von der Stadtpolitik gesetzten Rahmenbedingungen hatten sich die Investoren bis auf einen seinerzeit wieder von dem Projekt distanziert.

Herdan ist überzeugt: "Handels- und Stadtentwicklungsexperten sind sich einig, dass gerade motorisierte Kunden und Besucher eine äußerst interessante Zielgruppe für Einzelhandel und Gastronomie darstellen." Vorausgesetzt, sie können möglichst nah und problemlos an die Hauptgeschäftsstraße heranfahren und dort parken.

Starke Argumente

Einschlägige Studien haben nach Einschätzung der IHK ergeben, dass die mit dem Auto anreisenden Kunden die größten Durchschnittsausgaben tätigen und sich am längsten in der City aufhalten. Aus diesem Grund sollte selbst bei maximaler Kundenfrequenz jeder Kunde einen Parkplatz in Innenstadt-Nähe bekommen.

Auch für Touristen sowie Besucher von Landestheater oder Veranstaltungen rund um Schlossplatz und Innenstadt wäre der zusätzliche Parkraum ein starkes Argument zugunsten Coburgs. Für IHK-Präsident Herdan ist deshalb die Tiefgarage "Mittel zum Zweck, um die Menschen in die Innenstadt zu bringen".

Die Entwicklung des Parkraum-Angebots in Coburgs Innenstadt sei seit Jahren rückläufig. Vor diesem Hintergrund spiele die Tiefgarage unter dem Schlossplatz auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt Coburg eine wichtige Rolle als "attraktiver Anlaufpunkt" für Bewohner, Einzelhandels- und Gastronomiekunden sowie Besucher kultureller und sozialer Einrichtungen. Je nach Auslegung des Projekts Schlossplatz-Tiefgarage könnten nicht zuletzt auch die Anwohner unmittelbar profitieren. Das Quartier im Coburger Osten würde dann eine deutliche Aufwertung als attraktiver Stadtbereich erfahren.