Demnach stünden nicht nur Kosten und Nutzen in einem positiven Verhältnis. Eine Elektrifizierung der Strecke wäre auch für den Güterverkehr sinnvoll, wie die IHK Südthüringen am Dienstag in Suhl mitteilte. "Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache", erklärte IHK-Präsident Peter Traut. "Es macht wirtschaftlich Sinn, den Lückenschluss zu fordern."

Die Werrabahn führt derzeit eingleisig von Sonneberg über Eisfeld nach Eisenach. Die Gleise zwischen Coburg und Eisfeld waren nach dem Zweiten Weltkrieg demontiert worden. Ein Wiederaufbau wurde in der Vergangenheit von den Ländern Thüringen und Bayern angesichts hoher Kosten als unwirtschaftlich bewertet. Dies sehen die Kammern nun durch das neue Gutachten eines Büros aus Karlsruhe widerlegt und fordern die Aufnahme des Projekts in den Bundesverkehrswegeplan.


Zubringer für ICE-Halte in Coburg und Eisenach



Den Angaben zufolge würde der Lückenschluss Südthüringen besser an den Bahnfernverkehr anbinden. Zudem sehen die Autoren positive Effekte für den Güterverkehr, für den sich nicht nur neue Potenziale ergäben, sondern der auch teils kostengünstiger abgewickelt werden könnte als bisher.

Unterstützt wird das Projekt von den Thüringer Grünen. "Existenziell wichtig ist die Bahnverbindung besonders als Zubringer für die ICE-Halte in Coburg und Eisenach", erklärte Verkehrspolitikerin Jennifer Schubert. Zudem würde Oberfranken im Güterverkehr wieder an den Großraum Kassel und damit schneller an die Häfen der Nordsee angebunden. Die Thüringer Regierungskoalition von CDU und SPD hat sich in ihrem Koalitionsvertrag dafür ausgesprochen, beim Bund für den Lückenschluss bei der Werrabahn einzusetzen.