Auch diesmal zog Schneider die Massen in den Schlosshof, wohl an die 1500, die sich begeistert und willig von ihm an der Nase herumführen ließen. Zwischen Blödbanalem der obersten Kategorie und genialen Gedankenblitzen sind Schneiders Auftritte stets unwägbare Improvisationsritte.
Unter den Gagsüchtigen, die sich dem Typen aussetzen, dürfte aber auch eine große Zahl von Besuchern sein, die Schneider als herausragendes musikalisches Talent, als fantastischen Jazzmusiker faszinierend finden. Für einen Tambacher Sommerabend ist Helge Schneider jedenfalls immer gut.

Helge Schneider wurde 1955 in einem Ortsteil von Mülheim an der Ruhr geboren, wo er bis heute lebt. Mit fünf Jahren begann er aus eigenem Antrieb Klavier zu spielen, mit zwölf Cello. Er beherrscht heute eine Vielzahl von Instrumenten. Nach mehrfach abgebrochener Schul- und Berufsausbildung Absturz in den Drogenkonsum. Seit 1977 ist Schneider ausschließlich künstlerisch tätig mit verschiedenen Jazzbands, als Studiomusiker (unter anderem für Albert Mangelsdorff), Kabarettist, Schriftsteller, Film- und Theaterregisseur, Schauspieler (in Werner Nekes "Johnny Flash", in Schlingensief-Filmen, 2007 als Hitler in Dani Levys Film "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler.")