Abwechslungsreichtum zwischen klassischer Kammermusik und anspruchsvollen Crossover-Angeboten - so lässt sich das Erfolgskonzept des Coburger "Verein" in den letzten Jahren beschreiben. In dieser Saison gehören Solisten aus den Reihen der Berliner Philharmoniker ebenso zu den gastierenden Künstlern wie eine aus Coburg stammende junge Sopranistin.

Die fünf Konzerte der neuen Saison beim "Verein" versprechen wieder ein weites Spektrum vom A-cappella-Gesang bis zum Klavierduo. Nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler und die Programme aus?
Uwe Friedrich: Künstler, die in der "oberen Liga" spielen, bei den Honorar-Forderungen dennoch im für Coburg realisierbaren Rahmen bleiben, haben natürlich die besten Chancen, beim "Verein"zum Zuge zu kommen. Insbesondere dann, wenn sie innovative, inhaltlich reizvolle Programme oder Besetzungen bieten. Dies ist zum Beispiel beim Konzert "Rhapsody Three" (Violine, Saxofon, Klavier) der Fall, wo Musik aus den USA auf Werke türkischer und armenischer Komponisten trifft. Nicht zuletzt die politische Situation der vergangenen Monate fokussierte unseren Blick auf diese nicht alltägliche Programmgestaltung. Somit darf dieses Konzert als kleiner, bescheidener Beitrag des "Verein" zur interkulturellen Verständigung gesehen werden.

Zum Saison-Auftakt gastiert erstmals seit einigen Jahren wieder Nora Lentner in ihrer Heimatstadt Coburg. Was erwarten Sie von diesem Liederabend?
Nur wenige Konzertveranstalter haben heute noch den Mut, traditionelle Liederabende ins Programm zu nehmen. Durch Dietrich Fischer-Dieskau erlebte das beinahe schon totgesagte Kunstlied nach 1945 eine glanzvolle Renaissance, scheint aber nun - vier Jahre nach dem Tod des Ausnahmesängers - wieder langsam von der Bildfläche zu verschwinden. Mit dem Auftritt von Nora Lentner würdigt der "Verein"die herausragenden Vertonungen der Lyrik des 19. Jahrhunderts, vorgetragen von einer jungen Sängerin, deren künstlerischer Werdegang aufhorchen lässt und natürlich den besonderen Charme des künstlerischen "Heimspiels" besitzt.

"Himmelsstimmen in der Vorweihnachtszeit" lautet Ende November das Motto beim Gastspiel mit dem Ensemble "Sjaella". Was zeichnet dieses A-cappella-Sextett aus?
Das junge Leipziger Vokalensemble "Sjaella", Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe, gilt unter den A-Cappella-Ensembles als absoluter Geheimtipp. Mit dem unvergleichlich homogenen, glasklaren Sjaella-Klang interpretieren die jungen Damen eigens für sie komponierte und arrangierte Sätze sowie eigene Arrangements - sowohl aus dem zeitgenössisch-klassischen als auch aus dem Jazz-Bereich. Den Zuhörer erwartet ein Programm, in dem Sjaella die Grenzen zwischen den Genres gekonnt zerfließen lässt, neue Klangwelten erschafft und damit ein unvergessliches Konzerterlebnis verspricht.

Den Saison-Ausklang Ende Mai gestaltet das Klavierduo "Genova & Dimitrov", seit Jahren eines der erfolgreichsten Duos der internationalen Klassik-Szene. Wie ist Ihnen diese Verpflichtung nach Coburg gelungen?
Manchmal spielen Zufälle eine nicht unerhebliche Rolle... Konkreter Anlass war der fulminante Auftritt des Duos im Rahmen der 100. Konzert-Saison des Konzertvereins Ingolstadt im Jahr 2015. Es folgten einvernehmliche sympathische Verhandlungen mit dem Management der beiden Künstler, die ohne Umschweife einen Auftritt in Coburg möglich machten. Für Coburg sicher ein musikalisches Bonbon.

In den letzten Jahren hat der "Verein" kontinuierlich einen markanten Zuwachs seiner Mitgliederzahlen verzeichnet. Wie sieht es aktuell in dieser Hinsicht aus?
Aktuell gehen die Zahlen - mittlerweile haben wir über 300 Mitglieder - stetig weiter nach oben. So haben sich allein in den letzten Wochen zehn neue Mitglieder angemeldet! Darüber sind wir im Vorstand des "Verein"natürlich mehr als erfreut und fühlen uns in unserem Engagement bestätigt.




Diese Konzerte plant der Coburger "Verein" in der Saison 2016 /2017


24. Oktober "Auf Flügeln des Gesanges" - Liederabend Nora Lentner (Sopran), Klara Hornig (Klavier).

28. November "Himmelsstimmen in der Vorweihnachtszeit" - Sjaella a cappella

13. Februar "Berliner Philharmoniker einmal anders" - Bolero Berlin "Von Tango bis Jazz"

3. April "Musik zwischen den Welten" - "Rhapsody Three": Rebekka Hartmann (Violine), Markus Maier (Saxofon), Margarita Oganesjan (Klavier)

29. Mai "Virtuose Klaviermusik zu vier Händen" - Klavier-Duo "Genova & Dimitrov"
Kulturreisen Weitere Informationen zu verschiedenen Kulturreisen und sonstigen Veranstaltungen des Verein gibt es für Interessenten online (www.verein-coburg.de)

Veranstaltungsort Die Konzerte finden jeweils am Montag (20 Uhr) im HUK-Foyer auf der Bertelsdorfer Höhe statt.