Erst im Januar dieses Jahres hatte der Vorsitzende des Hausarztvereins Coburg Stadt und Land, Thomas Scheller, davor gewarnt, dass es vor allem im ländlichen Raum schon bald zu einem ernstzunehmenden Mangel an Hausärzten kommen wird. Er machte dafür eine verfehlte Gesundheitspolitik verantwortlich. Eine schlechte Bezahlung von Landärzten motiviere junge Mediziner nicht, sich im ländlichen Raum niederzulassen. Dass der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach jetzt die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) dafür verantwortlich macht, dass in Coburg zwei Praxen schließen mussten und es keine Nachfolger gibt, will er nicht unwidersprochen stehen lassen.
Er schrieb einen offenen Brief an Hans Michelbach und klärte auf: "Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts, in der wir Hausärzte per Gesetz Zwangsmitglieder sind und die wir auch finanzieren müssen. Diese KVB hat als Hauptaufgabe, die vom Gesetzgeber, also den Mitgliedern des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, beschlossenen Gesetze und Verordnungen umzusetzen. Sie hat hier auch keinen Gestaltungsspielraum." Die KVB könne Praxisnachfolger nicht zulassen, nicht ablehnen und auch nicht suchen. Sie könne Praxen nur besetzen, wenn es geeignete Nachfolger gebe.
Am Nachwuchs aber mangele es. "Niemand will sich noch Vierzehn- bis Sechzehn-Stunden-Arbeitstage antun. Junge Ärzte gehen in die Schweiz, nach Großbritannien oder Schweden, wo sie bei halber Arbeitszeit gleiche Gehälter wie hier verdienen", stellte Thomas Scheller fest. "Das Durchschnittsalter der Coburger Hausärzte liegt bei 54 Jahren, die meisten Kollegen sind müde, erschöpft und ausgebrannt."

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe des Coburger Tageblatts.