Auf die Frage, wie lange das Sandspielfeld ungenutzt dagelegen war, konnte selbst Schulleiter Karlheinz Schoofs spontan nicht für Aufklärung sorgen: "Sehr lange." Schoofs, seit 2012 Direktor des Arnold-Gymnasiums (AG), jedenfalls kennt die Anlage nur gesperrt. Gestern, wenige Tage vor Schoofs Abschied aus Neustadt, ist das Spielfeld frisch saniert wieder freigegeben worden.

So kurz vor dem Beginn der Sommerferien durfte die Feier zur Wieder-Einweihung dann auch ein bisschen größer ausfallen. Für sportliche Höchstleistung war jedenfalls gesorgt: Die Bundesliga-Mannschaft der Coburger HSC-Handballer absolvierte nämlich ein öffentliches Training vor zahlreichen Schülern als Zuschauer. Jan Gorr, der Trainer des HSC 2000 Coburg, war sichtlich angetan von den sportlichen Möglichkeiten, die der AG-Campus bietet: "Ich bin von dieser Anlage begeistert."

Weniger begeistert waren die Handball-Profis, als sie von ihrem Coach erfuhren, dass sie eine schweißtreibende Trainingseinheit auf dem Neustadter Sand erwartet. "Da gab es lange Gesichter", berichtete Gorr mit einem Grinsen. Aber gleich im nächsten Satz brachte er Verständnis für seine Jungs auf: "Wir haben ja auch eine harte Trainingswoche hinter uns." So waren die Handballer unter anderem in Oberhof, wo anstrengende Trainingseinheiten am Hang der legendären Skisprungschanze im Kanzlersgrund auf dem Programm standen.


Und dann kam der große Regen

Da ging es gestern in Neustadt bedeutend lockerer zu. Pitschnass waren die Bundesliga-Handballer am Ende dennoch - ein heftiger Regenschauer ging über dem AG-Gelände nieder, so dass das vorgesehene Mixed-Spiel im Beachhandball mit Gymnasiasten und Realschülern ins Wasser fiel. All die schöne Vorbereitung von Christian Göhl, dem Sport-Fachbetreuer am Arnold-Gymnasium, wurde binnen Minuten zunichte gemacht.

"Das ist richtig ärgerlich", trauerte Landrat Michael Busch (SPD) der entgangenen Chance für die Schüler nach, einmal mit Erstliga-Handballern auf dem Feld zu stehen. Immerhin: Nach dem Duschen kam der HSC-Tross noch in die neue Mensa und ging gemeinsam mit den Schülern zum Mittagessen.

Karlheinz Schoofs erklärte derweil, warum die Anlage jahrelang gesperrt war: "Aus Sicherheitsgründen." So lange nämlich an und in der Mensa gebaut wurde, war die Gefahr zu groß, dass gefährliche Gegenstände im Sand liegen und die Schüler beim Sportbetrieb verletzen könnten. Die Schule musste das Spielfeld vor der Freigabe sogar noch einmal von einer externen Firma nach gefährlichen Gegenstände untersuchen lassen. Zugegeben: Für den regulären Sportunterricht ist das Beach-Feld nicht von entscheidender Bedeutung. "Wenn, dann finden hier Aktionen im Rahmen von Sonderprojekten statt", erklärte der AG-Direktor. Nichtsdestotrotz sei es aber schon so, dass die Schüler das Sandspielfeld mit Begeisterung nutzen. Drum sei es üblich, dass sich jedes Gymnasium, das sich ein Beach-Feld räumlich und finanziell leisten könne, seinen Schülern auch ein solches zur Verfügung stelle.

Für den Landkreis - als Sachaufwandsträger verantwortlich für das AG - sei es eine Selbstverständlichkeit, die Schule nach Kräften zu unterstützen, sagte der Landrat dazu. Man wolle den Schülern "Top-Voraussetzungen, auch was den Sport angeht" bieten. Wie vieles im Leben ist für Busch die Infrastruktur einer Schule ein Geben und Nehmen: "Alle hier machen mehr als sie machen müssen."

Mindestens genauso angetan wie vom Engagement der Lehrkräfte zeigte sich Michael Busch im intensiven Gespräch mit Jan Gorr auch von der Idee des HSC 2000 Coburg, das öffentliche Training abzuhalten. Dem Verein biete sich damit die Möglichkeit, Fans und Talente gleichermaßen zu entdecken. Wobei Jan Gorr ausdrücklich versicherte, dass der HSC nicht mit Ziel unterwegs sei, bei solchen Aktionen schon jüngste Handballer anzuwerben und in Coburg zu zentralisieren.