Dass sie vor dem Start wieder etwas aufgeregt war, wunderte Organisatorin Elke Protzmann vor der Benefiz-Modenschau dann doch ein bisschen. "Schließlich präsentieren wir diese Veranstaltung bereits im siebten Jahr", sagte die 59-Jährige. Sie hat mit der Benefiz-Modenschau in der Schule an der Heubischer Straße eine Veranstaltung geschaffen, die sich inzwischen im gesellschaftlichen Leben der Stadt etabliert hat. Wie üblich, waren dabei am Samstag die Sitzplätze allesamt vergeben. Bestenfalls stehend könnte man die abwechslungsreiche Show noch genießen.

"Was ich tue, möchte ich gut tun", ist Protzmanns Motto. Egal ob sie sich nun als Politikerin einsetzt, oder als Moderatorin durch einen glanzvollen Abend führt. Dabei wurde wieder einmal mehr geboten, als nur eine Moden-Schau, bei der Geschäfte der Stadt ihre Ware präsentieren. Natürlich gab es auch die aus lokaler Sicht prominenten Models - wie etwa Bauhofchef Gerhard Reh oder die Leiterin des Awo-Seniorenheimes, Margit Welscher. Aber auch Damen und Herren, die das erste Mal mit modischer Kleidung über den Laufsteg spazieren.
Der Einstieg in den Abend mit "Stewardess" Michaela gab den Gästen einen Vorgeschmack auf die kommende Unterhaltung. Man konnte sich vorbereiten und die "Sicherheitshinweise" dienten lediglich der allgemeinen Belustigung.

Bei der Benefiz-Modenschau ist mit Mode nicht nur Bekleidung gemeint. Freilich stand diese im Vordergrund - aber es gab beispielsweise auch das, was manche Menschen auf der Nase tragen: Brillen. Mit von Partie war auch ein "Nummern-Girl" - eine junge Schülerin, die auch schon mal als Blumenmädchen zwischen den Runden auftrat.

Musikalische Höhepunkte war die Auftritte eines "Schotten". Traditionell mit Kilt bekleidet und die "Great Highland Bagpipe" (also einen Dudelsack) spielend. Das kam beim Publikum an und da wurde, bei einem Marsch, mit lautem Fußstampfen begleitet. Elke Protzman erklärt: "Eigentlich hatte ich erwartet, dass der Herr einen typisch schottischen Namen trägt - McAllister oder so." Aber es war Gerhard Jupe - und der wohnt in Coburg. Und Elke Protzmann fügte mit einem Schmunzeln an: "Er hat mir übrigens ein Geheimnis verraten: Er ist käuflich."

Zwischendurch wurde auf dem Laufsteg und auf der Bühne immer wieder getanzt. Bei "Zumba" oder bei der Präsentation orientalisch angehauchter Abendmode mit einem Bauchtanz. Aber auch die Vorführungen der Tanzgruppe "Dance for Fun" begeisterte mit artistischen Einlagen zur Musik von "Dirty dancing" die Zuschauer.

Knapp bemessene Kleidung

Dass sie sich anschnallen sollen, hätte Stewardess Michaela eigentlich bei der Vorstellung der Bademoden und Dessous warnen müssen. Denn da zeigten die Damen auf dem Laufsteg, dass das Sprichwort vom "weniger ist mehr" seine Berechtigung hat. "Knackige" Herren beweisen, dass schicke Wäsche für darunter auch in Neustadts erhältlich ist.

Beinahe am Schluss des Abends kündigte die Moderatorin dann eine Premiere an: Bislang waren bei der Benefiz-Veranstaltung stets ausschließlich Modehäuser der Puppenstadt am Programm beteiligt. Diesmal gab es mit dem Modehaus Weber aus Schwürbitz eine zusätzliche Show unter dem Titel "Alle meine Kleider."

Am Ende war es noch einmal die Stewardess, die die Gäste des Abends auf den Heimflug und auf die Notlandung auf dem "International Airport Dr. Gerhard Beyer Neustadt" vorbereitet. Im Abspann lobte Elke Protzmann das Engagement ihrer Mithelfern. Der warmherzige Applaus des Publikums bestätigte den Eindruck, dass es am Samstag die bisher beste Benefiz-Modenschau der vergangenen sieben Jahr zu sehen gab.