Vehement bestreitet HSC-Coach Hrvoje Horvat aber, dass jetzt die einfachen Gegner kommen, da der HSC in den nächsten Wochen verstärkt auf Mannschaften der unteren Tabellenhälfte trifft: "Einfache Gegner? Das gibt's in dieser Liga nicht. Wenn du so denkst, geht es garantiert in die Hose."

Horvat verweist darauf, dass Aschersleben gegen Rimpar nur mit einem Tor verlor und somit auch seinem Team gefährlich werden kann, wenn man die Partie zu locker angeht. Mit ihrem neuen Trainer Gunter Funk, in den Achtziger Jahren sogar Co-Trainer der DDR-Handball-Nationalmannschaft, hat Aschersleben nach Auffassung von Horvat auch ein etwas anderes Profil bekommen. "Sie treten sehr aggressiv auf, sind immer auf Balleroberungen aus und spielen schnell nach vorne."

Funk, vor acht Tagen 63 Jahre alt geworden, hatte schon 1997 als Besucher des Finals um die bayerische A-Jugend-Meisterschaft dem Coburger Handball eine positive Zukunft attestiert: "Das ist ja wie 2. Liga hier, sogar lauter als bei uns damals", so Gunter Funk. Er war damals Trainer des HSV Suhl, der Mitte der Neunziger Jahre seine Heimspiele in Coburg austrug und dabei einmal um drei Tore den Aufstieg in die 1. Liga verpasste - viele Coburger Handballfreunde erinnern sich sicher noch an die spannende Szenerie in der Angerhalle.

Über verschiedene Stationen, zuletzt beim Zweitligisten HC Empor Rostock, ist Funk jetzt in Aschersleben gelandet. Dreh- und Angelpunkt bei seinen "Alligators" sind die Feuchtmann-Brüder Emil und Erwin. Die Chilenen sind Spielgestalter im Rückraum, gleichzeitig auch Torjäger. Das musste der HSC beim letzten Duell im Frühjahr schmerzlich erleben. Die damals um den Klassenerhalt kämpfenden Ascherslebener eroberten 37:36 zwei wichtige Punkte. Nach einer 15:10-Führung kassierte der HSC 27 Tore in 37 Minuten. "Unsere Abwehr muss bereit sein, in die Zweikämpfe zu gehen", fordert Horvat.

Die Coburger müssen weiter auf Johan Andersson verzichten. Beim schwedischen Linkshänder steht in der nächsten Woche eine Arthroskopie der Schulter mit der Wahrscheinlichkeit einer anschließenden Operation an. "Erst danach werden wir Näheres wissen. Wie wir damit umgehen, diese Strategie werden wir erst Ende nächster Woche entwickeln." Nicht ausgeschlossen also, dass der HSC nach Torwart Oliver Krechel, der am Samstag sein Debüt feiern wird, einen weiteren Neuzugang während der Saison verpflichtet.

Ansonsten war Horvat froh über die einwöchige Spielpause, denn so konnten viele kleine Wehwehchen und Erkältungen der Spieler auskuriert werden.