Bisher hat der HSC 2000 Coburg in seinem ersten Jahr in der 1. Handball-Bundesliga zwei Punkte auf der Habenseite. 18 sollen es zum Ende der Spielzeit sein, wie Trainer Jan Gorr vor der Saison prognostizierte, um die Klasse zu halten. Ob diese Zähler dann reichen, wird man sehen.


Erster Heimsieg überhaupt

Umso wichtiger ist es, Heimspiele zu gewinnen und das ist den "Schwarz-Gelben" bisher noch nicht gelungen. Gegen die Rhein-Neckar Löwen und auch gegen Leipzig gab es bittere Niederlagen im Coburger "Sporttempel".
Morgen um 19 Uhr bietet sich die nächste Möglichkeit für zwei Zähler. Der Gegner heißt TVB 1898 Stuttgart. Die Schwaben stellen eine sehr robuste 6:0-Deckung mit den beherzt zupackenden Dominik Weiß und Abwehrspezialist Teo Coric in der Mitte. Für Gorr ist entscheidend, wie seine Männer diesen Verband überwinden können. Zumal mit Johannes Bitter auch noch ein Weltklasse-Torhüter zwischen den Pfosten steht.
Zu Beginn der Saison hatten die morgigen Gäste noch das Problem, dass kein Linkshänder auf Rückraum Rechts zur Verfügung stand. Doch mit der Rückkehr von Djibril M'Bengue hat sich das seit dem Spiel gegen Hannover geändert.
Der HSC ist nach Überzeugung seines Coaches momentan allerdings gut beraten auf sich selbst zu schauen: "Durch die permanenten Veränderungen im Kader sind wir auch diesmal, vor allem im Abwehrzentrum, zum Experimentieren gezwungen".


"Egal wer - alle müssen brennen"

Deshalb sei auch jede Trainingsminute besonders wertvoll, um neue Automatismen zu entwickeln. Das herrschende Probleme beim Aufsteiger ist die Liste der verletzten, kranken oder angeschlagenen Spielern. Kreisläufer Hagelin fällt, wie bereits berichtet, aufgrund einer Knieverletzung aus. Gleiches gilt für Tom Wetzel. Fragezeichen stehen noch hinter Büdel, Barsties und Lilienfelds. Als wäre das nicht genug, hat sich unter der Woche im Training Stefan Lex in einem Zweikampf das Außenband im Fuß gerissen. Der Linkshänder will aber für das Spiel auf die Zähne beißen.
Doch egal, wer letztlich das HSC-Trikot am Samstagabend überstreifen kann oder nicht, für Gorr steht fest, dass seine Mannschaft über sich hinauswachsen muss, um die aktuelle Situation von vier Niederlagen in Serie und inzwischen 2:8 Punkten ausgleichen zu können.
Auch die beiden jungen HSC-Geschäftsführer, Florian Dotterweich und Steffen Ramer, hoffen trotz der Verletztenmisere auf ein Erfolgserlebnis: "Wir brauchen noch mehr Fans, die unsere Jungs lautstark antreiben. Schließlich müssen wir jetzt mal endlich wieder punkten", sagt Ramer. Und Dotterweich bringt es kurz und knapp so auf den Punkt: "Gegen Stuttgart muss der Kessel überkochen".


HSC 2000 Coburg gegen
TVB 1898 Stuttgart

HSC 2000 Coburg (Aufgebot): Krechel / Kulhanek - Wucherpfennig, Kelm, Weber, Büdel (?), Barsties (?), Lex (?), Drude (?), Wolf (?), Coßbau, Billek, Riehn, Harmandic, Lilienfelds (?), Kirveliavicius.
Es fehlen: Hagelin, Wetzel (beide verletzt).
Trainer: Jan Gorr.



Rückkehr

Felix Lobedank kehrt für einen Abend heim

Etliche Coburger Handballer dürfen sich am Samstag auf ein Wiedersehen mit Felix Lobedank freuen. Der ehemalige Schützling des HSC 2000 Coburg gehört nämlich zum aktuellen Erstligakader des TVB 1898 Stuttgart.


32 Jahre, verheiratet, zwei Söhne

Der 32-Jährige, der in Stuttgart verheirate ist und sich mit seinen beiden Söhnen im Schwabenländle pudelwohl fühlt, stand natürlich vor der Saison auch auf der Wunschliste des HSC 2000 Coburg. Doch der Linkshänder, der letzte Saison noch mit Frisch Auf Göppingen Europapokalsieger wurde, entschied sich für Stuttgart.


Auf dem HSC-Wunschzettel

Die Vestestädter hätten natürlich einen so wurfgewaltigen Rückraumspieler für ihre rechte Seite dringend gebrauchen können - und das nicht nur wegen der derzeit herrschenden Personalnot.
Allerdings lief die bisherige Saison alles andere als nach Wunsch für den ehrgeizigen Ex-Coburger. Während der Vorbereitungsphase brach er sich den Daumen und kam deshalb noch nicht wie erhofft zum Zug.


Debüt ausgerechnet gegen HSC?

Gut möglich, dass Felix Lobedank vor den Augen seiner ehemaligen Weggefährten und zahlreichen Freunden am Samstagabend sein Debüt für die Stuttgarter in der Arena gibt. oph