Offiziell 3054 Zuschauer fieberten im letzten Heimspiel des HSC 2000 Coburg der Meisterschaft entgegen. Doch die hatten mit dem SV 08 Auerbach erst einmal einen schweren Brocken vor sich. 40 Minuten dauerte es, bis man den Gegner im Griff hatte und auch in der Schlussphase war man unkonzentriert, sicherte dann aber trotzdem den 28:25-Erfolg. Gefeiert werden konnte aber nicht, denn Bad Neustadt kam bei HBW Balingen-Weilstetten II zu einem 32:32-Unentschieden.


HSC 2000 Coburg - SV 08 Auerbach 28:25 (13:11)



Beim HSC 2000 Coburg war beim Aufwärmen eine gewisse Lockerheit zu spüren. Aber auch der SV 08 Auerbach präsentierte sich gelöst und zufrieden. Als Credo war dort ausgegeben worden: "Nur wer mitspielt, kann gewinnen." Dem HSC sollte das Feld auf gar keinen Fall kampflos überlassen werden, auch spielerisch hatte man vor, das Unmögliche vielleicht doch zu schaffen und sich mit einem Sieg das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt zu erhalten.


Erster Treffer für Auerbach


Den ersten Treffer markierte dann sogar ein Coburger im Trikot des SV 08 Auerbach - Andeas Wolf ließ Martinsen keine Chance. Auf der anderen Seite hatte Jiri Vitek weniger Glück, sein Wurf traf zwei Mal Aluminium und landete dann in den Händen des Torwartes. Den ersten HSC-Treffer markierte kurz darauf Sebastian Roth. Weil er diesen für Jan Gorr zu lange feierte und deswegen zu spät zum Abwehrwechsel kam, gab es gleich einen "Anpfiff" von Gorr.


Das lange Warten auf die erste HSC-Führung



Bis zur ersten Führung der Gastgeber dauerte es, weil Coburg reihenweise beste Chancen versiebte und Riesenlücken in der Abwehr offenbarte, die Auerbach dankend annahm. Nach acht Minuten stand ein fast erschreckendes 3:6 an der Anzeigetafel. Bis zum 5:6 war es ein Duell Sebastian Roth gegen Auerbach. Alle fünf Treffer gingen auf das Konto des linken Rückraumspielers der Coburger, der sich dann beim 5:7 (12.) aber auch den ersten Fehlwurf leistete. Nach 13 Minuten trug sich dann mit Sebastian Kirchner endlich ein anderer in die Coburger Torschützenliste ein. Wen die HSC-Abwehr aber nicht in den Griff bekam, war Andreas Wolf. Als Oliver Krechel nach 18 Minuten einen Strafwurf parierte schien die Zeit für die erste Führung gekommen. Doch in der aufgeheizten Stimmung, nicht nur zwischen Roth und seinem Gegenspieler Schöttner, dauerte es genau 20 Minuten, ehe Ronny Göhl per Strafwurf das 9:8 erzielte.


Sebastian Kirchner muss verletzt raus


Aufregung gab es gleich darauf. Zum wiederholten Mal wurde Sebastian Kirchner von hinten geschoben, knickte um und musste verletzt vom Feld, Steffen Coßbau kam. Aber die Coburger taten sich weiter schwer, hatten die Partie bei weitem nicht im Griff. Vor allem aus dem Rückraum war die zu defensive Abwehr verwundbar, da Auerbach da fast nach Belieben schalten konnte. Die spielten ihr Spiel auch ruhig und unaufgeregt herunter und forderten den HSC so, wie es von einer fast schon abgestiegenen Mannschaft von vielen so wohl nicht erwartet worden war.


Ungewöhnlich lang behielt Jan Gorr sein Team dann auch in der Kabine zur Halbzeit, in der man aufgrund eines knappen Rückstandes von Bad Neustadt in Balingen virtuell Meister war. Doch meisterlich hatte sich Coburg bis dato nicht unbedingt präsentiert, auch wenn es nach Wiederanpfiff zur ersten Vier-Tore-Führung reichte (15:11).




Aber gegen die gut eingestellte Abwehr von Auerbach hatten die Coburger weiter viel Mühe, die nötigen Lücken zu finden. Da war Übersicht und Geduld nötig, letzteres fehlte ab und an. Die Coburger Bank und die Zuschauer schienen auch langsam die Geduld mit den Entscheidungen der Unparteiischen zu verlieren. Zu Recht denn ein klares Stürmerfoul von Kenny Schramm werteten die SR als Abwehr durch den Kreis von Johan Andersson.


Gelbe Karte gegen Jan Gorr



Wenig später war dann die gelbe Karte gegen Jan Gorr fällig, als wieder nachgepfiffen wurde als Oliver Krechel bereits pariert hatte. Allerdings hatten die SR dann auch gut aufgepasst, als Roth von hinten in den Arm gegriffen wurde, was kaum zu sehen war. Da gab es genauso Beifall von Jan Gorr wie nach dem 22:16 von Sebastian Roth, dessen neunter Treffer. Spätestens ab da ging immer häufiger der Blick auf die Smartphones, was die Partie in Balingen hergibt. Da ging es verdammt eng zu. Coburg ließ sich jetzt aber nicht mehr in Bedrängnis bringen, obwohl Auerbach die Abwehrarbeit noch einmal forcierte und darüber auf 23:25 (55.) herankam, weil Coburg seine Chancen auch nicht mehr im gegnerischen Tor unterbrachte. Das intensive Friedberg-Spiel vom Mittwoch zeigte Wirkung, hatte aber doch keine Auswirkungen.


Die Statistik zum Spiel


SR: Zeki Kaplan (Wiesbaden) / Benjamin Sirker (Griesheim)
HSC 2000 Coburg: Havard Martinsen, Oliver Krechel - Ronny Göhl (4/2), Johan Andersson (1), Dominic Kelm (2), Hajck Karapetjan (1), Sebastian Kirchner (1), Jiri Vitek (1), Tomas Riha (1), Steffen Coßbau (2), Maximilian Drude (2), Till Riehn (1), Sebastian Roth (10), Philipp Seitle (2). - Zeitstrafen: 2 / Siebenmeter: 3/2.

SV Auerbach 08: Raul Adam, Philipp Walzik - Kenny Schramm (4), Alexander Tannenberger, Ralph Weiss, Felix Müller (5), Matthias Werner, Maximilian Lux, Tobias Wannenmacher, Dominik Brodschelm (1), Karsten Herold, Andreas Wolf (8/4), Mario Schmidtke (5/1), Philipp Schöttner (2). - Zeitstrafen: 5 / Siebenmeter: 6/5