Durch den hart erkämpften Sieg haben die Coburger nach Punkten mit dem bisherigen Spitzenreiter Bad Neustadt gleichgezogen - und haben dank des besseren direkten Vergleichs insgesamt die Nase vorne.

Das bedeutet: Jetzt muss der HSC 2000 noch sein letztes Heimspiel gegen Auerbach (Sonntag, 4. Mai, 17 Uhr, HUK-Arena) und sein letztes Auswärtsspiel in Pforzheim (10. Mai) gewinnen, dann steht er als Meister und Aufsteiger in die 2. Liga fest.

Obwohl Bad Neustadt in dieser Woche erklärt hat, keine Lizenz für die 2. Liga zu beantragen, müssen die Coburger Meister werden, um direkt aufsteigen zu dürfen.

Sollte Bad Neustadt Meister werden, gibt es eine Relegationsrunde um den freien Platz in der 2. Liga. Weil der HSC 2000 Coburg nicht mehr auf Platz drei zurückfallen kann, würde er an dieser Runde auf jeden Fall teilnehmen. Coach Jan Gorr hatte aber bereits erklärt, "die 1. und nicht die 2. Chance" nutzen zu wollen.

Mit dem Sieg in Friedberg ist ein weiterer Schritt zu diesem Ziel gelungen.

Hier der Spielbericht von Ralph Bilek:

Um genau 21:16 Uhr war es soweit - der HSC 2000 Coburg holte die Tabellenführung. Nach dem Schlusspfiff ließ er sich von seinen über 100 mitgereisten Fans feiern. Die letzte Niederlage des HSC 2000 Coburg datiert somit weiterhin vom 25. Januar in Konstanz. Jetzt blieben die Coburger auch im elften Spiel in Folge Sieger und erklommen somit im 28. Spiel der Saison erstmals die Spitzenposition. Bis der 24:21-Erfolg beim TSV Friedberg aber feststand, hatte die Coburger Anhängerschar 60 bange Minuten zu überstehen.

Unter den Augen des Präsidenten des Bayerischen Handballverbandes, Gerd Tschochohei, ("So ein Mittwochspiel ist ideal, terminlich und für mich auch von der Entfernung. Coburg ist dann doch meist eine Zwei-Tages-Sache") fand Coburg selten zum richtigen Spielfluss gegen die Friedberger, die um jeden Zentimeter kämpften für den einen Zähler, den sie noch zum Ligaverbleib benötigen, am Ende reichte es nicht. Die Friedberger hatten zuletzt in Pforzheim mit nur 22 Gegentoren überzeugen können und Bad Neustadt Ende Februar in eigener Halle besiegt. Über die Abwehr und mit schnellen Vorstößen wollten sie es den Coburgern schwer machen. Nach etwas mehr als zwei Minuten hatten die Coburger den Friedberger Abwehrriegel erstmals geknackt und Jiri Vitek war es vorbehalten, damit den 800. Saisontreffer für die Coburger zu erzielen. Die HSCler taten sich gegen die kompakte und hart zupackende Abwehr der Gastgeber ziemlich schwer. Immer wieder wurden Laufwege zugestellt, so dass der Rückraum Initiative ergreifen musste. Zur Halbzeit stand es 12:10 für den Gast.

Und wären nach dem Wiederanpfiff nicht die Einzelaktionen von Sebastian Roth gewesen, der HSC wäre wohl schnell ins Hintertreffen geraten. So zehrte man weiter vom knappen Vorsprung. Die Schlussphase leitete den eigentlich irgendwie überfälligen Ausgleich ein, den Martinsen und die Latte dann aber doch verhinderten. Johan Andersson hatte dann zwei Strafwurfchancen, vergab aber eine dieser Optionen. Statt 19:22 stand es wenig später 20:21 und weiter war Zittern angesagt in einer Partie, die unheimlich lange dauerte und mit einer unheimlichen Dramatik zu Ende ging. Denn den nächsten Strafwurf verwandelte der Coburger Schwede und hob dann im nächsten Angriff den Ball zum 20:23 (58.) ins Tor - die Entscheidung.

Die Statistik

SR: Tobias Lay (Bruchsal) / Kay Morlock (Östringen). - HSC Coburg: Havard Martinsen, Oliver Krechel - Ronny Göhl (3/2), Johan Andersson (4/3), Dominic Kelm, Hajck Karapetjan, Sebastian Kirchner (4), Jiri Vitek (3), Tomas Riha (2), Steffen Coßbau (1), Maximilian Drude, Till Riehn (2), Philipp Seitle (1), Sebastian Roth (4). - Zeitstrafen: 4. - Siebenmeter: 6/5.