Die Reise nach Rheinland-Pfalz hat sich für den HSC 2000 Coburg gelohnt. Nach den zuletzt eher durchwachsenen Leistungen war man mit viel Respekt, aber sichtbar optimal vorbereitet zum Spitzenreiter TV Hochdorf gereist. Auch wenn Jan Gorr unter der Woche einige Erkrankte zu beklagen hatte, war im Spiel davon nichts zu merken.

Besonders vor der Pause legten Göhl, Vitek und Co. eine Effektivität aufs Parkett, die man vom HSC schon lange nicht mehr gesehen hatte. Die Gastgeber spielten zwar ebenfalls auf hohem, temporeichen Niveau, konnten aber in Punkto Durchschlagskraft dem HSC nicht das Wasser reichen. Der baute, gestützt auf eine hervorragende Abwehrarbeit, den Vorsprung immer weiter aus und strauchelten nur kurz. Jan Gorr griff ein, nahm sich den ein oder anderen zur Brust und landete mit dem 31:22 den von ihm erhofften "Big Point".

Zweiter Platz ist top

Zwar hatte ein euphorischer HSC-Pressesprecher Sebastian Straubel, bekennender Bayern-Fan, auf der Hinfahrt sogar prophezeit: "Heute ist der Tag der Tabellenführungen", aber ganz hat es weder für den FC Bayern noch für den HSC gereicht. Coburg musste Bad Neustadt noch den Vortritt lassen. Wichtig aus Coburger Sicht war aber, dass der Auswärtserfolg in Kronau somit keine Eintagsfliege blieb - jetzt warten zudem zwei Heimaufgaben gegen die SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen und eine Woche später gegen den SV Salamander Kornwestheim.

Die Bilanz des Coburger Gegners vor der Partie war schon respekteinflößend - drei Spiele, drei klare Siege. Dass neben dem Auftaktsieg gegen Neuling Rödelsee (34:24) auch gegen den letztjährigen Meister TSV Friedberg mit 27:18 und bei der hoch gehandelten Mannschaft des TSB Heilbronn/Horkheim mit 37:24 gewonnen wurde, war stark. Davon ließen sich die Coburger nicht beeindrucken, führten schnell mit 2:0. Trotzdem gab es nach dem ersten Gegentreffer gleich neue Anweisungen von Jan Gorr für Philipp Barsties.

Überhaupt gab Gorr viele Anweisungen, nahm immer wieder kleine Korrekturen vor. Gerade in der Anfangsphase gingen beide Mannschaften ein sehr hohes Tempo, wobei der HSC konzentrierter abschloss und nach zwölf Minuten mit 7:3 in Führung lag. Doch Fehler, wie sie dann folgten, bestrafte der Spitzenreiter sofort mit Gegenstoßtoren. Spielten die Coburger aber konzentriert ihre Angriffe aus, dann bot sich gegen den defensiven Abwehrverbund irgendwann die Möglichkeit zum erfolgreichen Abschluss.

Aufregung gab es nach der ersten Zeitstrafe gegen die Coburger, weil es obendrauf noch einen Strafwurf gab, obwohl Sebastian Roth vor seinem Gegenspieler beim Wurf stand. Trotzdem behauptete der HSC, vor allem dank der platzierten Würfe von Jiri Vitek, den beim 8:13 (20.) erzielten Fünf-Tore-Vorsprung.

Im ersten Durchgang wenig zu bemängeln


Auch die taktische Variante der Gastgeber, ihre Spielzüge mit einem siebten Feldspieler einzuleiten, fiel auf keinen fruchtbaren Boden. Bei den Coburgern gab es im ersten Durchgang wenig zu bemängeln - fast alle Würfe fanden ihr Ziel, nur drei Bälle gingen verloren. Das zeigte auch, dass es ein Spiel auf hohem Niveau von beiden Mannschaften war und Hochdorf einfach nur etwas mehr Fehler machte.

Sieben Sekunden dauerte es bis Hochdorf nach dem Wiederanpfiff traf und nach einem vergebenen Siebenmeter des HSC noch innerhalb der ersten Minute nach der Halbzeit den nächsten Treffer folgen ließ. Die Hochdorfer versuchten, über die Emotionen zurückzukommen, übertrieben den Einsatz aber ab und an. Trotzdem zeigten die Coburger kurz Wirkung. Johan Andersson traf erst per Strafwurf, vergab aber den nächsten. Dadurch gelang es dem HSC nicht, wieder mehr Ruhe ins Spiel zu bringen.

"Gefühlt haben wir nur noch zwei Tore Vorsprung", brachte ein Fan seine Sorge zum Ausdruck. Aber Coburg beruhigte nicht nur ihn, profitierte auch von den Zeitstrafen gegen die Gastgeber. Aus dem 14:17 machten sie ein 14:20 (36.). Mit zwei Fehlern in Folge hielten die Coburger selbst die Hoffung auf eine Wende der Hochdorfer hoch (17:20). Aber unter Bedrängnis agierte der HSC ganz stark, so wie Vitek beim 17:22 als schon Zeitspiel angezeigt war und er traf, wie wenig später auch Steffen Coßbau beim 17:24 (45.).


Trainer Matschke versuchte mit einer Auszeit und einer Manndeckung gegen die HSC-Halbspieler das nächste taktische Konzept, das für viel Unruhe sorgte. Jan Gorr reagierte mit einem "Re-Time-Out", um seine Mannschaft besser einzustellen. Die zeigte sich nach kurzer Umstellung auch davon relativ unbeeindruckt und strebte dem ersten Auswärtsdoppelpack 2013 entgegen - letztmals gelangen zwei Auswärtssiege hintereinander zum Jahreswechsel 2012/2013 in Pohlheim und beim SC Magdeburg II.


Die Statistik zum Spiel des HSC 2000 Coburg



TV Hochdorf gegen
HSC Coburg 22:31 (12:17)

TV Hochdorf: Carsten Hofmann, Tim Doppler - Benjamin Hundt (3), Tim Beutler (1), Marco Sliwa, Maximilian Labroue (3), Niklas Schwenzer (5/1), Jonas Kupijai (7), Steffen Bühler, Jan Claussen (1), Stefan Job (1), Daniel Lanninger, Kai Zimmermann, Steffen Dietz (1). - Zeitstrafen: 5. - Siebenmeter: 2/2. - Trainer: Matschke.
HSC 2000 Coburg: Havard Martinsen, Oliver Krechel, Jonas Faber - Philipp Barsties (2), Ronny Göhl (5/3), Johan Andersson (3/1), Nikola Franke, Dominic Kelm (3), Sebastian Kirchner (2), Jiri Vitek (8), Steffen Coßbau (2), Maximilian Drude, Till Riehn (2), Sebastian Roth (4). - Zeitstrafen: 4. - Siebenmeter: 7/5. - Trainer: Jan Gorr.

SR: Philipp Jäckel (Alsweier) / Christian Staszak (Alsweier).