Mit diesem Verlauf der Sitzung haben weder Bürgermeister Jürgen Wittmann (GfG) noch sein Kämmerer Michael Heß gerechnet. Eigentlich sollte bei der Sondersitzung am Dienstagabend der Grüber Haushalt für das Jahr 2015 beschlossen werden.

Bevor es allerdings zu Fragen oder Diskussionen kam, meldete sich Helfried Schreiner (CSU) zu Wort. Im Namen seiner Fraktion verlas er ein Schreiben und forderte den Bürgermeister und die Verwaltung auf, das Thema "Haushalt" von der Tagesordnung zu streichen.

Neuer Anlauf in zwei Wochen

Dem Antrag stimmten die Mehrheit von SPD, FW und CSU zu, nur die vier Gemeinderäte der GfG-Fraktion mit dem Bürgermeister lehnten Schreiners Antrag ab. Über den Haushalt soll jetzt noch einmal im Haupt- und Finanzausschuss beraten werden, bevor er in zwei Wochen erneut auf die Tagesordnung kommt.

Im Vorfeld war es Schreiner wichtig zu betonen, dass die CSU-Fraktion noch nie einen Haushalt abgelehnt habe. "Wir waren bei den Beratungen meist erfolgreich und konnten Kompromisse schließen." Aber dieser Haushalt sei mit "heißen Nadeln" gestrickt und deshalb nicht zu akzeptieren. "Wir sollen über knapp sieben Millionen Euro abstimmen, aus unserer Sicht ist der aktuelle Haushalt so nicht mehr hinnehmbar," so Schreiner. Die CSU möchte keinesfalls die Arbeit behindern, sehe sich aber in der Verantwortung. Insbesondere kritisierte Schreiner die Netto-Neuverschuldung von rund 370 000 Euro. Damit steige der Schuldenstand der Gemeinde auf rund 2,84 Millionen Euro an. Trotz niedriger Zinsen könne sich die kleine Gemeinde Grub dies nicht leisten, meinte der CSU-Gemeinderat. Der Haushaltsplan, so Schreiner weiter, enthalte Investitionen, die nicht notwendig seien.

Es besteht noch Gesprächsbedarf

Stefan Roos von den Freien Wählern ging sogar noch einen Schritt weiter. Seinen Worten zufolge ist der Haushalt teilweise unsauber gearbeitet. Zum Beispiel sei für Baumaßnahmen am Bauhof eine Summe von 100 000 Euro "einfach so eingestellt", ohne im Vorfeld Gespräche geführt zu haben. Der Bürgermeister soll nun gemeinsam mit seiner Verwaltung den Haushalt überarbeiten und eine Alternative vorlegen, die Einsparungen enthält.