Schlotfeger gelten seit jeher als Glücksbringer und stehen gerade zu Jahresbeginn hoch im Kurs. Die Hände eines solchen "schwarzen Mannes" zu schütteln oder an den goldenen Knöpfen seiner pechschwarzen Dienstuniform zu drehen, soll Glück für das kommende Jahr bringen.

In der ThermeNatur in Bad Rodach waren am Neujahrstag die Glück bringenden Schlotfeger zum Greifen nah: Zum traditionellen Schlotfegerbaden besuchten zum Jahresauftakt vier waschechte Schornsteinfeger das Bad. Moritz Schmidtlein aus Bad Rodach, Lars Kesch aus Coburg sowie Otto-Norbert Grußka und Eiko Grußka aus Rödental schüttelten bei ihrem Rundgang durch die Therme allen Besuchern die Hände und verteilten Glücksmünzen mit einem vierblättrigen Kleeblatt und einem Schlotfeger darauf. Einige Besucher verließen sogar das warme Nass und gingen auf Tuchfühlung mit den Glücksbringern. "Das bringt bestimmt viel Glück", ist Marga Necker optimistisch. Die Leipzigerin kommt regelmäßig mit ihrem Mann in die ThermeNatur und freut sich immer auf die Schlotfeger. "Das ist wirklich eine schöne und lustige Tradition."

weithin bekannt

Das Bad Rodacher Schlotfegerbaden ist weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt. Viele Gäste kommen regelmäßig von weit her, um die Therme und ihr einzigartiges Neujahrsevent zu besuchen. So auch Renate Kuntscher aus Kitzingen. Sie ist extra wegen der Schlotfeger nach Bad Rodach gekommen. "Das ist eine sehr schöne Geste und Glück für das neue Jahr bringt es auch noch", erzählt die begeisterte Rentnerin. Für Ingrid Bartz und ihren Lebensgefährten Hans Höltje aus Bad Klosterlausnitz, die seit 13 Jahren über Weihnachten, Silvester und Neujahr nach Bad Rodach kommen, ist das Schlotfegerbaden ein Höhepunkt ihres Aufenthalts. "Wir freuen uns immer sehr auf die Schlotfeger. Das ist etwas Besonderes."

Das Schlotfegerbaden, erklärte der Kaminkehrer Moritz Schmidltlein aus Bad Rodach, beruhe auf einem uralten Brauch. "Früher besuchten die Schlotfeger am Neujahrstag die Bürger, um Glück zu wünschen." Jedoch nicht ohne Hintergedanken, denn sie brachten gleich die Jahresrechnung mit. Damals bekamen die Kaminkehrer ein kleines Präsent in Form von Naturalien mit auf dem Weg. "Die Bauern schenkten Wurst oder Schinken." Vor 19 Jahren hat der damalige Kurdirektor den Brauch wieder lebendig werden lassen, seitdem besuchen die Kaminkehrer die ThermeNatur. "Anfang dachte ich, unser Besuch in der Therme am Neujahrstag ist nur eine nette Geste für die Badegäste. Doch mittlerweile ist daraus ein richtiges Event geworden", so Moritz Schmidtlein.